Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Christean Wagner, hat kritisiert, dass der Tag der offenen Moscheen "ausgerechnet am Tag der Deutschen Einheit" veranstaltet werde. Der CDU-Politiker nannte die Terminwahl "unsensibel" und "nicht sehr geschickt". "Der Tag der Deutschen Einheit hat eine besondere Bedeutung für die Geschichte unseres Landes. Er steht für eine friedliche Revolution, die Großes bewegt und unser geteiltes Land wieder zusammengeführt hat. Dieser Tag wird vom Staat in feierlicher Weise begangen und wird von den Bürgern mit vielfältigen Emotionen verbunden. Just zu diesem Datum auch den Tag der offenen Moscheen auszurufen, halte ich für unpassend", so Wagner.

Die Deutschen feierten ihren Nationalfeiertag wie alle anderen Staaten der Welt. In diesem Jahr sei Mecklenburg-Vorpommern Gastgeber für die reihum in den Bundesländern stattfindenden Feierlichkeiten. „Wir erinnern uns am 3. Oktober an die unheilvolle Teilung unseres Vaterlandes. Mit dieser war viel menschliches Leid und Unrecht verknüpft. Wir erinnern uns aber auch an die Freude, die der Tag des Mauerfalls am 9. November 1989 ausgelöst hat und an die wieder gewonnene Freiheit für die Menschen. Deshalb darf der Tag der Deutschen Einheit nicht durch andere bundesweite Aktionen bewusst oder unbewusst relativiert werden. Der Tag der offenen Moscheen schadet mit seiner unglücklichen Terminwahl seinem eigenen Anliegen, für Offenheit und Transparenz zu werben", erläuterte der CDU-Fraktionschef.
Gleichwohl begrüßte Wagner es ausdrücklich, dass die Moscheen nach einer langen Zeit der Abschottung den Weg in Richtung stärkerer Öffnung einschlügen. "Jahrzehntelang waren Moscheen auch Ausdruck von Parallelgesellschaften. Mit der Öffnung ergeben sich Möglichkeiten des Dialogs und der Integration." Dies sei auch ein Beitrag dazu, dass radikale Islamisten Moscheen nicht mehr als Rückzugsräume missbrauchen könnten, führte Wagner aus. Der CDU-Politiker forderte die Muslime in Deutschland auf, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und damit ihren Beitrag zu einer besseren Integration und der Bekämpfung von Fundamentalisten zu leisten. "Unser Ziel ist es, dass Muslime sich zu unserem Staat bekennen, in dem sie dauerhaft leben", so der CDU-Fraktionschef abschließend.

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