"Hessen nimmt durch die erstmalige Erstellung und Veröffentlichung einer Eröffnungsbilanz eines Flächenlandes bundesweit eine Vorreiterrolle ein und setzt damit einen Meilenstein für ganz Deutschland", sagten der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Christean Wagner, und der finanzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gottfried Milde, heute in Wiesbaden.

Der aufwendige Prozess, die Verwaltungssteuerung umzustellen, habe sich mehr als gelohnt. Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten sei es notwendig, mit Hilfe betriebswirtschaftlicher Steuerungssysteme sowohl den gesamten Vermögensstand als auch alle Belastungen des Landes zu kennen, um in Zukunft ressourcenschonend, effektiv und transparent wirtschaften zu können. "In Hessen ist heute eine neue Epoche der modernen Rechnungslegung angebrochen. Mit der vom Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch und von Finanzminister Karlheinz Weimar  präsentierten Eröffnungsbilanz haben wir jetzt eine realistische Abbildung der tatsächlichen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Landes. Die Ehrlichkeit und der Mut der Hessischen Landesregierung sind vorbildlich und verdienen Hochachtung", sagte Wagner. 
Mit großem Interesse begleiteten Haushaltsexperten aus anderen Bundesländern das Reformprojekt der Haushaltsmodernisierung in Hessen. Erstmals wurden Vermögenswerte, wie Kunstschätze, Gebäude und Wälder des Landes nach den kaufmännischen Regeln des Handelsgesetzbuchs bewertet. 
"Wir scheuen uns nicht, die gesamten Bilanzposten transparent auszuweisen - auch wenn die vorgelegte Bilanz des Landes Hessen ein negatives Eigenkapital von 58 Milliarden Euro ausweist. Dies liegt jedoch unter anderem daran, dass in der bisherigen Haushaltsbilanzierung Beihilfe- und Pensionszahlungen für Lehrer, Polizisten, Hochschulpersonal und Landesbedienstete nicht berücksichtigt waren", erklärte Milde. 
"Mit der neuen Transparenz der tatsächlichen Vermögens- und Finanzlage des Landes Hessen fühlen wir uns bestärkt, noch verantwortungsbewusster mit unseren Ressourcen umzugehen und im Sinne der Generationengerechtigkeit alle Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen. Dies ist auch ein Akt der Fürsorge für unsere Kinder und Enkel", so Wagner.
Den Startschuss für die Umstellung der Haushaltbilanzierung in Hessen hatte im Jahr 1998 der damalige SPD-Ministerpräsident Hans Eichel gegeben. "Deshalb zeugt der Aufschrei der hessischen SPD heute geradezu von Ahnungslosigkeit. Der finanzpolitische Sprecher, Norbert Schmitt, hat offenbar auch nach 11 Jahren noch nicht begriffen, worum es bei der Umstellung von Kameralistik auf die kaufmännische Buchführung geht", stellte Milde fest.

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