Die frauenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Claudia Ravensburg, bewertete die Pressemeldung der Grünen zur Beschäftigungssituation von Frauen in Hessen kritisch. "Die Grünen sollten mal lieber die gesamte Statistik lesen, statt sich nur die Überschriften anzuschauen. Man kann Statistiken immer so lesen wie man es gerne hat, wenn man gewisse Informationen nicht nennt." Sie verwies auf das IAB-Betriebspanel Hessen des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur an der Goethe-Universität Frankfurt. Die kürzlich veröffentlichte Studie zeigte auf, dass Frauen in höher- und hochqualifizierten Positionen noch immer unterrepräsentiert sind. Dennoch ist der Anteil der hessischen Frauen mit Beschäftigung bei Tätigkeiten mit Fach- beziehungsweise Hochschulabschluss im westdeutschen Vergleich gestiegen (in Hessen 38 Prozent zu 34 Prozent in Westdeutschland). Seit 2004 haben sieben Prozent mehr Frauen einen Hochschulabschluss erworben. Ravensburg sagte dazu, "das ist ein Erfolg, der nur den Anfangspunkt einer Entwicklung darstellt".

Die Studie zeigt weiter, dass der Frauenanteil im Dienstleistungs-bereich in Hessen am höchsten liegt (Dienstleistungen für Unternehmen 49 Prozent; Sonstige Dienstleistungen 54 Prozent). Kurz dahinter liegt der Frauenanteil in der öffentlichen Verwaltung (51 Prozent) und im Handel und Reparaturgewerbe (49 Prozent). "Hier sind die Geschlechteranteile nahezu gleich verteilt", merkte Ravensburg an.  
Die Frauenpolitikerin stellte aber auch fest, dass die Teilzeitquote bei Frauen nach wie vor deutlich höher sei als bei deren männlichen Kollegen. Zudem liegt der Frauenanteil in der ersten Führungsebene nur bei 23 Prozent. Ravensburg erklärte dazu: "Die Frauen sind auf einem guten Weg zur Gleichberechtigung und Chancengleichheit. Der Frauenanteil bei den Hochschulabsolventen steigt und auch die Durchlässigkeit der Wirtschaft nimmt zu, wie sich am gestiegenen Frauenanteil in der zweiten Führungsebene aufzeigen lässt. Vor allem im Dienstleistungsbereich kommen Frauen auf die erste Führungsebene." Durch Einführung des Teilzeitelterngeldes und die Möglichkeit zur Streckung der Elternzeit werden sich auch immer mehr Väter an der Kinderbetreuung beteiligen, so dass der Karriereknick der Frauen zukünftig unbedeutender wird. Kritisch merkte die Politikerin jedoch an, dass der Anteil an Betrieben mit Vereinbarungen zur Verbesserung noch zu gering ist. Dennoch müsse man an freiwilligen Vereinbarungen festhalten. ?Eine Quotierung ist sicher der falsche Weg zur Gleichberechtigung. Solch ein Zwangsinstrument lehnen auch viele Frauen ab?, fügte Ravensburg an. Vielmehr müssten sich die Gewerkschaftsvertreter in den Betriebsräten für mehr Chancengleichheit einsetzen.
 

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