„Die Gesundheitserziehung ist als besondere Bildungs- und Erziehungsaufgabe der Schulen im Hessischen Schulgesetz verankert. An den hessischen Schulen wird Ernährungs- und Gesundheitsfragen daher bereits ein hoher Stellenwert eingeräumt. So unterstützt die Vernetzungsstelle Schulverpflegung die Schulen bei der Zusammenstellung eines gesunden und ausgewogenen Ernährungsangebotes von den Angeboten an Speisen und Getränken in den Pausen bis hin zum Mittagstisch. Gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege in Hessen und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wurde zudem das Konzept des zuckerfreien Vormittags entwickelt und erprobt. Darüber hinaus stehen in Zusammenarbeit mit qualifizierten Kooperationspartnern umfangreiche Fortbildungsangebote für Lehrkräfte und Schulleitungen zu den Themenbereichen Schulverpflegung und gesunde Ernährung zur Verfügung. Diese Initiativen stehen beispielhaft für die Ausbildung und Aufrechterhaltung eines dauerhaften, nachhaltigen und flächendeckenden Bewusstseins für die Herausforderungen einer gesunden Ernährung von Kindern und Jugendlichen. Das Schulobstprogramm der EU lehnen wir aber ab, weil der Nutzen im Vergleich zum Aufwand in keinem vernünftigen Verhältnis steht“, kommentierte die CDU-Landtagsabgeordnete, Claudia Ravensburg, die heutige Plenardebatte zum EU-Schulobstprogramm.
 
„Da sich das Fördervolumen des EU-Schulobstprogramms selbst unter maximaler Ausschöpfung der Beihilfen auf lediglich zwei Millionen Euro im Jahr beläuft, stünden in Hessen für die rund 630.000 Schülerinnen und Schüler gerade einmal 3,17 Euro pro Jahr – das entspricht in etwa zehn Äpfeln – zur Verfügung. Es kann deshalb nur ein Programm für wenige Schulen sein. Der bürokratische Aufwand für die umfangreichen Kontroll-, Statistik-, Berichts- und Dokumentationspflichten der europäischen Behörden steht dazu in keinem Verhältnis. Darüber hinaus dürften die Einhaltung der hohen Standards zur Lagerung von Obst und Gemüse und der lebensmittelrechtlichen Vorschriften an den Schulen ebenso mit zu großem Aufwand verbunden sein wie die Verpflichtung zur Dokumentation und Evaluation des Programmes nebst entsprechender Vor-Ort-Kontrollen. Dass sich selbst nach der Senkung des Kofinanzierungsanteils von 50 auf 25 Prozent lediglich acht und damit nur die Hälfte aller Bundesländer an dem Programm beteiligen, spricht vor diesem Hintergrund für sich. Schließlich darf auch nicht übersehen werden, dass die Eltern eine Erziehungsverantwortung für ihre Kinder haben, die ihnen der Staat nicht abnehmen kann und darf. Eine Unterstützung sollte lediglich dann erfolgen, wenn Eltern der Fürsorgepflicht für ihre Kinder nicht gerecht werden können oder wollen“, so Ravensburg.
 
 

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Claudia Ravensburg

Sozialpolitische Sprecherin, Mitglied im Ältestenrat, Mitglied im Präsidium

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