Der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr, Clemens Reif, sprach sich in der heutigen Plenarsitzung im Wiesbadener Landtag dafür aus, "alle Möglichkeiten unterhalb der Enteignung der Hypo Real Estate ergebnisoffen zu prüfen". Reif unterstrich jedoch, dass eine staatliche Kontrolle bei der HRE notwendig sei. Die angeschlagene Hypo Real Estate (HRE) brauche nach Expertenschätzungen erneut rund zehn Milliarden Euro frisches Kapital, um eine Insolvenz abzuwenden. "Wir haben die Verantwortung für einen funktionierenden Kapitalmarkt, aber auch eine besondere Verantwortung für die Steuerzahler", betonte der CDU-Wirtschaftsexperte.

Reif zeigte Verständnis für die Äußerungen von Jörg-Uwe Hahn, die dieser aus Sorge um den Finanzplatz Frankfurt getroffen habe. „Eine Enteignung könnte eventuell internationale Investoren abschrecken, auf die Deutschland als eine der größten Volkswirtschaften der Welt angewiesen ist", befürchtete Reif. Diese würde zudem nicht nur den Großaktionär Flowers treffen: "Bei einer Enteignung verlieren auch viele Kleinaktionäre ihr Geld", sagte Reif.
Der CDU-Politiker äußerte die Hoffnung, dass bessere Refinanzierungsmöglichkeiten der Bank und eine Kontrolle des Staates auch ohne Enteignung erreicht werden könnten. "Der HRE könnte aus Mitteln des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) so viel Kapital zugeschossen werden, dass der Bund die Kontrolle über 90 Prozent der Aktien übernehmen könnte", schlug Reif abschließend vor.

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