„Die Fusion von zwei der bedeutendsten Börsenbetreiber weltweit bietet einmalige Chancen: Ziel muss es sein, den Finanzplatz Frankfurt im internationalen Wettbewerb zu stärken. Deshalb muss eine Lösung gefunden werden, die langfristig die Vielzahl hochqualifizierter Arbeitsplätze bei der Deutschen Börse AG am Standort Frankfurt/Eschborn sichert, die Fortentwicklung der öffentlich-rechtlichen Börsen sicherstellt und gleichzeitig den Finanzplatz international noch konkurrenzfähiger werden lässt. Die Chancen sind hierbei größer als die Risiken: Die weitere Entwicklung des Finanzplatzes Frankfurt darf nicht gefährdet werden, weder durch Untätigkeit, durch welche die Deutsche Börse AG im internationalen Vergleich abrutschen könnte, noch durch Übereifer, indem man ohne eingehende Prüfung und unter mangelhaften Bedingungen einer Fusion zustimmt.“ Dies erklärte heute in Wiesbaden der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses und Wirtschaftsexperte der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Clemens Reif, im Rahmen der Plenardebatte zu den Überlegungen für eine Fusion der Deutschen Börse AG mit der London Stock Exchange Group.

Erforderlich sei nun eine abgewogene Prüfung, nicht nur auf Landesebene, sondern auch durch die Europäische Kommission: „Eine solche sorgfältige und kritische Prüfung im Hinblick auf die Folgen für die Frankfurter Wertpapierbörse und die Eurex muss auch die Folgen für den Finanzplatz Frankfurt in den Blick nehmen“, so Reif. Die Landesregierung habe in den vergangenen Jahren viel zur Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt im deutschen und europäischen Vergleich beigetragen. „Frankfurt ist nicht nur Sitz der Europäischen Zentralbank, der Aufsichtsbehörden sowie der Bundesbank und der BaFin-Wertpapieraufsicht, sondern auch der zentralen Institute der drei Säulen des Bankensektors in Deutschland. Am Finanzplatz Frankfurt sind alle international bedeutsamen Bankhäuser vertreten. Er ist ein europaweit führender Standort für das Asset Management und die Investmentbranche. Die European Exchange (Eurex) ist Europas größte Derivatebörse mit weltweiter Handelsteilnehmerschaft und Bedeutung. Die Frankfurter Wertpapierbörse ist die bedeutendste Wertpapierbörse der Eurozone“, so Reif. Zu den Erfolgen zählten auch der Aufbau des RMB-Zentrums Frankfurt mit der Ansiedlung des ersten Renminbi-Clearing-Hubs außerhalb Asiens sowie die Ansiedlung des operativen Sitzes des globalen G20-Projektes „Global Legal Entity Identifier System“ für eine eindeutige Kennung für Rechtsträger im Finanzmarkt.

„Auch der Zeitpunkt einer möglichen Fusion wird über ihren Erfolg entscheiden, denn wenn das Vereinigte Königreich im Juni dieses Jahres tatsächlich aus der Europäischen Union austritt, werden sich auch erhebliche Folgen für die Position und das Verhältnis der beiden Börsenplätze zueinander ergeben. Dies müssen die Gesprächspartner bei ihren Plänen berücksichtigen“, erklärte Reif.

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Clemens Reif

Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

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