• Digitalisierung ist eine enorme Herausforderung für die Museen in Hessen, eröffnet gleichzeitig viele Chancen der Forschung, Vernetzung und Vertiefung
  • Hessischer Museumsverband leistet hierbei vor Ort wertvolle Arbeit
  • Museumsbesuch selbst ist nicht ersetzbar

Die Auswirkungen und der Umgang mit der Digitalisierung im Museumsbereich wurden heute im Hessischen Landtag diskutiert. Die Regierungsfraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen hatten hierzu die Initiative „Digitalen Wandel an den hessischen Museen begleiten und unterstützen“ (Drs. 20/842) eingebracht. Dazu sagte der Sprecher der CDU-Landtagsfraktion im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst, Andreas Hofmeister:

„Erhaltung, Erschließung und Vermittlung des kulturellen Erbes unseres Landes haben ebenso wie dessen Erforschung allerhöchste Priorität für die CDU-geführte Landesregierung. Über die Jahrzehnte haben sich hierbei Präsentations-, Sammlungs- und Vermittlungsformate stetig weiterentwickelt, so dass Museen, unabhängig vom konkreten Schwerpunkt, kontinuierlich daran arbeiten müssen, ihre Ausstellungen für Besucher aller Altersgruppen attraktiv zu halten. Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet nun die Möglichkeit, die einzigartigen Bestände der Museen, Sammlungen, Archive und Bibliotheken breiter und in Teilen besser für die Forschung und die Öffentlichkeit zu bewahren, einzuordnen, zugänglich zu machen und an künftige Generationen weiterzugeben.

Das geht weit über die Pflege des Internetauftrittes hinaus, wie sie heute schlicht vorausgesetzt wird. Eine systematische digitale Erfassung der eigenen Sammlung,
z. B. durch ein dreidimensionales Scannen, die fachgerechte Verschlagwortung sowie die Pflege leistungsfähiger Datenbankprogramme, die unter Umständen sogar Forschern von außerhalb den Zugriff ermöglichen, bieten neue Möglichkeiten, mit Besuchern und Experten zu kommunizieren. Intelligente Verknüpfungen verschiedener Datenbanken und das Bereitstellen interaktiver Nutzerfunktionen eröffnen somit neue Möglichkeiten für die Auseinandersetzung mit Kunst, Kultur und Wissenschaft. Dazu gehören auch moderne Darbietungsformen wie Apps, Darstellungen mittels ‚Augmented Reality‘ und die Nutzung Sozialer Medien. Dies ist jedoch, je nach Größe des Hauses, auch eine enorme Herausforderung.

Da die Ausgangslage von Museum zu Museum so unterschiedlich ist, unterstützen wir den Hessischen Museumsverband bei seiner wertvollen Arbeit vor Ort. Diese Leistung wird auch andernorts geschätzt. So findet die dort entwickelte Systematik zur Erfassung kulturgeschichtlicher Bestände mittlerweile bundesweite Anwendung. Dies zeigt, dass die digitale Fachkompetenz in Hessen vorhanden ist und das Thema ‚Digitaler Wandel‘ stetig mitgedacht wird. Dieser Wandel muss Rücksicht auf die eigenen Bestände und die personellen, finanziellen und technischen Ressourcen nehmen.

Über diese Arbeit darf jedoch eines nicht in den Hintergrund geraten: Das unmittelbare, persönliche Erleben durch den Museumsbesuch selbst ist durch die Digitalisierung nicht zu ersetzen.“

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Ansprechpartner

Andreas Hofmeister

Vorsitzender Unterausschuss für Heimatvertriebene,
Sprecher im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst

+49 6431 92074
a.hofmeister@ltg.hessen.de