Die heutige Anhörung zum Kraftwerk Staudinger habe gezeigt, dass der Ausbau "notwendig und sinnvoll" ist, zugleich aber der Kraftwerksbetreiber "alle nur denkbaren Anstrengungen unternehmen muss, um die Schadstoffbelastung in der Region auf ein Minimum zu reduzieren", fasste die umweltpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Elisabeth Apel, die Ergebnisse der Anhörung zusammen.

Die Diskussion konzentriere sich nicht nur auf den Ausbau, sondern Fragen der künftigen Energieversorgung in Hessen insgesamt stünden im Fokus. "Es gilt mehr denn je, geeignete Wege für eine sichere, wettbewerbsfähige und umweltfreundliche Stromversorgung zu finden. Umso erschreckender war die Wiederholung der abenteuerlichen Träumereien der SPD, die deren Umweltberater Scheer heute erneut in der Anhörung vorgetragen hat. Herr Scheer und Frau Ypsilanti bekämpfen Kernenergie und Kohlekraftwerke gleichzeitig ohne eine Antwort auf die Frage zu haben, wo 90 Prozent der hessischen Stromversorgung dann herkommen sollen. Was Scheer postuliert geht nicht: er will bis zum Jahr 2012 diese 90 Prozent der hessischen Stromerzeugung über erneuerbare Energien abdecken", erläuterte Apel.

Von verschiedenen Sachverständigen sei nachgewiesen, dass allein als Ersatz für das Kraftwerk Staudinger 1.500 Windkraftanlagen oder die gesamte hessische Ackerfläche als Maisfläche für Biogas nötig seien. Hinzu komme, dass Wind und Sonne an nur zehn Prozent aller Jahresstunden tatsächlich verfügbar seien, was unvertretbare Regelungs- und Speicherungsanstrengungen für die restlichen 90 Prozent notwendig mache. Da stelle sich die alte Frage: "Was passiert nachts bei Windstille?" Die anwesenden Experten führten aus, dass dies nur über Pumpspeicherkraftwerke möglich sei, was allerdings bedeuten würde, dass etwa 500 Anlagen mit dem Speichervolumen des Typs Waldeck II am Edersee in Hessen neu errichtet werden müssten. Neben einem nicht zu verantwortenden Eingriff in die Landschaft sei dies nur mit einem Kostenaufwand in dreistelliger Milliardenhöhe zu bewerkstelligen. Damit würde sich der Strompreis verzehnfachen und hunderttausende Arbeitsplatzverluste nach sich ziehen.
Im Ergebnis wurde in der Anhörung überdeutlich, dass die Erreichung der energiewirtschaftlichen Ziele nur über einen ausgewogenen Energiemix möglich sein wird, der alle verfügbaren Energieträger mit einschließt. "Zudem widersprechen sich der hessische SPD-Umweltberater Scheer und der SPD-Bundesumweltminister Gabriel bei der Frage es Neubaus von Kohlekraftwerken diametral", machte die CDU-Politikerin abschließend deutlich.

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