"Wir haben jederzeit betont, dass in dieser Legislaturperiode keine weitere umfassende Novellierung des Hochschulgesetzes erfolgen soll", bekräftigte Eva Kühne-Hörmann, hochschulpolitische Sprecherin der hessischen CDU-Landtagsfraktion, anlässlich der Dritten Lesung. "Um sich im Konzert der Bundesländer dennoch auf Augenhöhe bewegen zu können, hat die Landesregierung einen Gesetzentwurf vorgelegt, der dem notwendigen Handlungsbedarf Rechnung trägt." Der Gesetzentwurf sei auf "mehr Freiheit und mehr Selbständigkeit" ausgerichtet und ermögliche den Hochschulen, ihre Strukturen "effizienter" zu gestalten. Die Stärkung der Eigenverantwortung befördere den Wettbewerb untereinander. Zentrale Zielsetzungen seien die Ausweitung der Handlungsspielräume für all jene Hochschulen, die dies wollen, sowie die Umwandlung der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt in eine Stiftungsuniversität.

Kühne-Hörmann bezog insbesondere zur oppositionellen Kritik am Gesetzgebungsverfahren Stellung: "Anstatt sich über die Inhalte des Gesetzes sachlich auszutauschen, sind in den vergangenen Wochen zahlreiche Nebelkerzen gezündet worden. Das mögliche Einvernehmen, welches die Opposition herbeiredet, ist jedoch absolut nicht erkennbar." Der von der FDP im "hektischen Nachgang" eingebrachte Entwurf sei "überflüssig wie ein Kropf".
Um zu dokumentieren, dass man dem Projekt Stiftungsuniversität zustimmen könne, forderte sie die Oppositionsfraktionen auf, nach § 19 Absatz 1 der Geschäftsordnung des Hessischen Landtags die den Stiftungsuniversität betreffenden Bestimmungen getrennt zur Abstimmung zu stellen.
SPD, Grüne und FDP hätten anscheinend ein massives Problem damit, dass die Landesregierung und die sie tragende CDU-Mehrheitsfraktion "in großer Harmonie" und "völlig störungsfrei" mit der Goethe-Universität Frankfurt zusammengearbeitet habe, um das Projekt Stiftungsuniversität zu einem Erfolg werden zu lassen. Alle Beteiligten hätten ein "beachtliches Arbeitspensum absolviert", so die CDU-Politikerin. Besonderer Lob und Dank gelte dem Präsidenten der Universität Frankfurt, Herrn Professor Steinberg, sowie dem Senat und allen übrigen an diesem Projekt beteiligten Personen.
Kühne-Hörmann verwies auf die "überwältigende Zustimmung" des Senats der Hochschule, der in seiner Sitzung am 19. September 2007 bei 16 Ja-Stimmen, einer Enthaltung und keiner einzigen Gegenstimme den "Weg freigemacht" habe, und begrüßte diese Entscheidung als "klares und unmissverständliches Signal". Die Wiederbelebung des Stiftungsgedankens sei eine "enorme Chance", um zusätzliche finanzielle Mittel einzuwerben. Mit der Verabschiedung des Gesetzes könne die Umwandlung pünktlich zum 1. Januar 2008 vollzogen werden. "Besser könnte das neue Jahr für die Universität Frankfurt nicht beginnen", urteilte Kühne-Hörmann.

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