Die Entscheidung, das Projekt einer Internationalen Bauausstellung für das Rhein-Main-Gebiet zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht weiter zu verfolgen, sei zwischen den im Vorbereitungsausschuss vertretenen Gebietskörperschaften und der Landesregierung "im Einvernehmen" getroffen worden, hat heute der CDU-Politiker und stellvertretende Vorsitzende der Landtagsfraktion, Gottfried Milde, klar gestellt. "Der Wissenschaftsminister sowie die Vorsitzende des Vorbereitungsausschusses haben diesen gemeinsamen Beschluss auch gemeinsam Anfang Juli dieses Jahres verkündet.“

Die Internationale Bauausstellung Frankfurt Rhein Main Metropolitana - kurz IBA – könne deswegen nicht realisiert werden, da es finanzielle Unwägbarkeiten gebe, die auch der SPD bekannt seien. "Gleichwohl reißen sich die Sozialdemokraten dazu hin, einen längst bekannten Sachverhalt wieder aufzuwärmen und im Landtag zu diskutieren." Was als "Wahlkampfschlager" gedacht sei, werde jedoch zum "Bumerang", so Milde. Angesichts einen Kostenvolumens von mindestens 50 Millionen Euro für die Laufzeit von zehn Jahren müsse die SPD erklären, wie das Projekt bezahlt werden solle, zumal die Teilfinanzierung aus Mitteln der Europäischen Union "keineswegs sicher" sei. "Mit der IBA, die Bestandteil des SPD-Wahlprogramms ist, verhält es sich wie mit dem Rest der programmatischen Aussagen: es gibt Versprechen am laufenden Band, aber keinen einzigen Vorschlag für die Gegenfinanzierung. Solide Politik sieht anders aus." Der Finanzexperte forderte die SPD deshalb auf, ihre Finanzierungsvorstellungen "klar und deutlich" offenzulegen.
Milde knüpfte an die im Dezember 2006 erfolgreich abgeschlossene Kulturmediation an, die die Rhein-Main-Region bereits voranbringe. „Alle im Hessischen Landtag vertretenen Parteien – CDU, SPD, Grüne und FDP – haben an dieser Vereinbarung mitgewirkt. Mit dem präsentierten Kompromiss zum regionalen Kulturfonds ist der Startschuss für den Wettlauf in die Internationalität erfolgt." Es gehe darum, das Regionalbewusstsein zu stärken, attraktive kulturelle Anziehungspunkte zu schaffen und letztlich eine gemeinsame Identität herauszubilden. "Dieses Kulturfinanzierungskonzept, von dem die Rhein-Main-Region profitieren wird, nimmt die SPD allerdings offenbar nicht wahr", so der CDU-Politiker.

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