„Einer vor drei Jahren publizierten Studie der Universität Hamburg zufolge verfügten seinerzeit schätzungsweise 14 Prozent der Erwachsenen in Deutschland nicht über eine grundlegende Lese- und Schreibkompetenz oder zumindest die Fähigkeit des sinnerfassenden Lesens. Ohne einen sicheren Umgang mit den Kulturtechniken des Lesens und Schreibens bleibt den von Analphabetismus betroffenen Menschen der schulische und berufliche Erfolg jedoch weitgehend verwehrt. Die Hessische Landesregierung hat daher mit großer Entschlossenheit auf die Herausforderung des Analphabetismus reagiert und die Alphabetisierung zu einem zentralen Förderschwerpunkt ihrer Arbeit im Bereich der Weiterbildung erhoben. Den Volkshochschulen als Bildungsstätten in öffentlicher Trägerschaft kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Wir fördern die Volkshochschulen daher im Rahmen der jährlichen Grundförderung nach dem Hessischen Weiterbildungsgesetz in einem Umfang von 200.000 Unterrichtsstunden, die jeweils mit 25 Euro veranschlagt und zu einem beträchtlichen Anteil für Alphabetisierungskurse genutzt werden. Im Hinblick auf die ‚Nationale Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener in Deutschland‘ wurde die jährliche Bezuschussung des Hessischen Volkshochschulverbandes im vergangenen Jahr zudem um mehr als zehn Prozent erhöht und die Summe verbindlich als Fixbetrag im Hessischen Weiterbildungsgesetz verankert. Darüber hinaus wurde auch im Rahmen der Förderung des Hessencampus-Netzwerkes ein Förderschwerpunkt ‚Alphabetisierung und Grundbildung‘ eingerichtet, dessen Mittel im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt wurden“, so der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Hans-Jürgen Irmer, zum Analphabetismus.

„Auch im Koalitionsvertrag von CDU und GRÜNEN wurden die Förderung der Lese- und Schreibkompetenz bei Erwachsenen aufgegriffen und weitere Maßnahmen zur Bekämpfung des Analphabetismus ausdrücklich vereinbart. So werden die beiden Regierungsfraktionen einen Weiterbildungspakt mit den freien und öffentlichen Trägern schließen, der unter anderem eine weitere Erhöhung zweckgebundener Mittel für die Alphabetisierung von Erwachsenen beinhaltet. Es ist daher ein durchaus erfreuliches Plagiat, wenn die SPD zum wiederholten Male mangels eigener Ideen kurzerhand den Koalitionsvertrag von CDU und GRÜNEN zu ihrer Themenfindung heranzieht“, sagte Irmer.

„Um Analphabetismus im Erwachsenenalter gar nicht erst entstehen zu lassen, gilt es jedoch vor allem im Vor- und Grundschulalter anzusetzen und die Lese- und Schreibkompetenzen durch präventive Maßnahmen wirkungsvoll und nachhaltig zu stärken. Insbesondere gilt es zu verhindern, dass Grundschulkindern mit pädagogisch sinnfreien Lernkonzepten wie der Methode ‚Lernen durch Schreiben‘ oder der von sozialdemokratischen Landesregierungen forcierten Abschaffung der Schreibschrift durch die Ausbildung zu Legasthenikern der spätere funktionale Analphabetismus geradezu in die Wiege gelegt wird. Die CDU-geführte Landesregierung hat demgegenüber bereits im Jahr 2003 die Förderung von Kindern in den Bereichen Lesen und Rechtschreibung als obligatorischen Schwerpunkt für jede Schule verankert. Die Schulen sind zudem verpflichtet, jeweils ein Förderkonzept im Bereich Lesen und Rechtschreibung zu entwickeln und Förderpläne für besonders förderbedürftige Schülerinnen und Schüler zu entwickeln. Im Koalitionsvertrag haben CDU und GRÜNE überdies nun die Prüfung einer Erweiterung der Grundschul-Stundentafel im Fach Deutsch sowie die Intensivierung der Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplanes und des Übergangs zwischen Elternhaus, Kindertageseinrichtungen und Grundschulen vereinbart. Auch künftig werden wir in Hessen somit vor allem durch gezielte Maßnahmen zur frühkindlichen Sprachförderung der Ausbildung von Lese- und Rechtschreibschwäche als dem Frühstadium für funktionalen Analphabetismus im Erwachsenenalter rechtzeitig entgegenwirken“, erklärte Irmer.

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Ansprechpartner

Hans-Jürgen Irmer

Vorsitzender des Unterausschusses für Heimatvertriebene

+49 6441 4490330
hj.irmer@ltg.hessen.de