Der Bildungsberater der hessischen SPD, Rainer Domisch, versuche den Menschen "bewusst Sand in die Augen zu streuen", wenn er behaupte, er wolle keine Einheitsschule, so der bildungspolitische Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jürgen Irmer. "Herr Domisch ist unglaubwürdig, wenn er behauptet, er würde kein Gymnasium abschaffen wollen. Ypsilanti, ihre SPD-Schulpolitiker und ihr Wahlprogramm sagen das Gegenteil. Es ist erklärte Absicht, die Gymnasien ausbluten zu lassen. Am Ende soll die Zwangseinheitsschule stehen“ Damit reagierte der CDU-Politiker auf Domischs Äußerungen in Interviews mit dpa und dem Darmstädter Echo.

Nur "Schulen, die sich auf den Weg machen wollen, können ab Sommer 2008 auf der Grundlage ihres pädagogischen Konzepts Anträge stellen" und "Gymnasien, Haupt- und Realschulen würden nach dem Willen der SPD-Spitzenfrau in einer Gemeinschaftsschule aufgehen, in der Kinder und Jugendliche vom Schuleintritt bis Klasse 10 gemeinsam unterrichtet werden", zitierte Irmer die hessische SPD-Landesvorsitzende  und die Frankfurter Rundschau vom 13.01.2007.
"Das heißt doch klipp und klar, dass die anderen - das heißt alle, die den Weg zur SPD-Einheitsschule nicht gehen wollen – zurückgelassen werden", stellte Irmer klar. Das werde auch sehr deutlich, wenn Herr Domisch davon spreche, die Menschen "überzeugen" zu "müssen", damit Schüler "gemeinsam" gefördert werden könnten. "Ich fordere die hessische SPD auf, den Menschen endlich reinen Wein einzuschenken und aufzuhören, zu versuchen, über ihre wahren Absichten hinwegzutäuschen. Die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft in Nordrhein-Westfalen hat wenigstens den Schneid zu sagen, dass sie die Gesamtschule für alle will", so der CDU-Politiker.
Die Täuschungsabsicht der Sozialdemokraten habe Domisch selbst in Worte gefasst: "Man darf diese Schule [Anm.: gemeint ist die Einheitsschule] nicht Gesamtschule nennen, weil dies auf Widerstand stößt." Die Schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Habermann, sei auf dem SPD-Bildungskongress da deutlicher gewesen: "Der beste Name für unsere Schule wäre eigentlich Gesamtschule […]. Gesamtschule ist nicht in Konkurrenz zu anderen Schulformen, sondern ist die Schulform, die andere ersetzen muss."

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