"Eine erfolgreiche Bildungspolitik legt den Grundstein für die Zukunft unserer Kinder. Nur in einem Bildungssystem der Vielfalt von Lernwegen und Lernkompetenzen werden die individuellen Begabungen unserer Kinder - ob praktisch oder theoretisch - bestens gefördert", betonte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Hans-Jürgen Irmer, zum Auftakt der Veranstaltungsreihe der CDU-Fraktion "Leistungskurs Bildung" in Wetzlar. Rund 100 Teilnehmer bewiesen, dass die Suche nach neuen Konzepten für Hauptschulen von großer Bedeutung ist. Man wolle mit der Veranstaltungsreihe über die Landesgrenzen hinausdenken und sich grundsätzlichen bildungspolitischen Fragestellungen widmen.

Von links nach rechts: Hugo Klein MdL, Bettina M. Wiesmann MdL, Bernhard Marsch, Herwig Dowerk, Claudia Ravensburg MdL, Hans-Jürgen Irmer MdL
 
Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe stellten die beiden Schulleiter, Herwig Dowerk und Bernhard Marsch, in ihrem leidenschaftlichen Vortrag das sogenannte "Neustädter Modell" vor. Die Kooperative Gesamtschule wurde von Bundespräsident Köhler mit dem Preis "Starke Schule" ausgezeichnet und überzeugt durch ein differenziertes Konzept der Berufsorientierung. Besonders interessant ist der wegweisende Schulversuch "Doppelqualifikation für Hauptschüler". Seit 2004 bildet die KGS Neustadt am Rübenberge die Schüler ihres Hauptschulzweigs gemeinsam mit der Berufsbildenden Schule Neustadt am Rübenberge aus. Über den allgemeinbildenden Unterricht hinaus erhalten die Schülerinnen und Schüler des 9. und 10. Jahrgangs an zwei Tagen pro Woche Unterricht in einem selbst gewählten Berufsfeld. Nach ihrem Abschluss erhalten sie Zeugnisse beider Schulen, in denen die Anteile der beruflichen Qualifikation aufgeführt sind. "Durch den parallelen Besuch beider Schulen und das praxisorientierte Lernen ist die Lernmotivation der Schüler erheblich angestiegen und die Vermittlungsquote in ein Ausbildungsverhältnis hat sich seit 2004 von durchschnittlich 14 Prozent auf nahezu 70 Prozent erhöht", lobte Irmer.
Die Teilnehmer zeigten sich begeistert davon, dass es keine Schulabbrecher gäbe. "Dass kein Hauptschüler die Schule ohne Abschluss verlässt, ist mehr als bemerkenswert", betonte der CDU-Bildungsexperte. Darüber hinaus beeindruckte die von allen Lehrkräften praktizierte "Politik des Hinsehens", die durch klare Regeln und die Nutzung von Streitschlichterkonzepten begleitet werde. Die enge Einbindung von Eltern und Schülern sorgt zusätzlich für eine starke Identifikation mit der Schule.
Der bildungspolitische Sprecher zeigte sich im Anschluss an die Veranstaltung begeistert von dem "erfolgreichen Schulversuch". "Beide Schulen bieten ihren Schülerinnen und Schülern eine optimale Vorbereitung auf einen erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben und somit auf ein selbst bestimmtes Leben", so der CDU-Politiker.
"Wir sehen den Schulversuch als eine sinnvolle Ergänzung zum bereits erfolgreichen Programm der SchuB-Klassen an. Unser Ziel muss es sein, in Hessen zwei bis drei Modellregionen zu finden, die an einem hessischen Schulversuch teilnehmen. Eine entsprechende Initiative werden wir nach eingehender Beratung in den Landtag einbringen", erläuterte Irmer.
 
 
 
 

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