„Das hessische Bildungssystem überzeugt durch seine hohe Qualität und Durchlässigkeit und ist sehr gut für die Herausforderungen der Zukunft aufgestellt. Wenn beispielsweise knapp 40 Prozent der hessischen Schülerinnen und Schüler ein Ganztagsangebot wahrnehmen, belegt dies bei einem bundesdeutschen Schnitt von gerade einmal etwas über 30 Prozent die enormen Anstrengungen und die vorbildliche Arbeit der Hessischen Landesregierung bei einem bedarfsgerechten Ausbau der Ganztagsangebote. Maßgeblich beim weiteren Ausbau der Ganztagsangebote müssen ausschließlich die Wünsche und Interessen der betroffenen Familien sein. Allen Umfragen zufolge werden dabei passgenaue und den individuellen Bedürfnissen von Eltern und Schülern entsprechende Ganztagsangebote nach Vorbild des differenzierten hessischen Systems bevorzugt, die regionale und schulspezifische Besonderheiten ebenso berücksichtigen wie flexible Arbeits- und Betreuungszeiten. Mit dem Pakt für den Nachmittag und einer bundesweit unübertroffenen Ressourcenausstattung durch die Belassung der demographischen Rendite im Bildungssystem haben CDU und GRÜNEN in ihrem Koalitionsvertrag auch in diesem Sinne unter Beweis gestellt, dass sie die für eine gute Bildungspolitik zum Wohle kommender Generationen erforderlichen Mittel trotz Schuldenbremse ohne jegliche Abstriche bereitzuhalten verstehen“, kommentierte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Hans-Jürgen Irmer, den heute erschienenen „Chancenspiegel“ der Bertelsmann-Stiftung.

„Während zudem ganz Europa zunehmend das deutsche Modell niedriger Akademisierungsquoten und einer guten beruflichen Bildung sowie der damit verbundenen Bestwerte bei der Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit bewundert, verharren einige Theoretiker leider noch immer in dem Scheuklappendenken von Akademisierungsquoten und der längst durch die Realität widerlegten Vorstellung, wonach hohe Abiturienten- und Studierquoten gleichzeitig auch mit guten Berufs- und Karriereperspektiven gleichzusetzen seien. Auch die seit Jahren nachweisbaren Spitzenwerte gerade der Schülerinnen und Schüler im Raum Fulda bei den zentralen Abiturprüfungen und Abschlussprüfungen in den Bildungsgängen Haupt- und Realschule lassen sich mit den quotengeleiteten Befunden der Bertelsmann-Stiftung kaum in Übereinstimmung bringen. Die Verengung der bildungspolitischen Diskussion auf Gymnasien und Hochschulen wird den oft beeindruckenden Karriereverläufen der Menschen ohne Abitur nicht gerecht – und sie führt auch angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland und der hervorragenden beruflichen Aussichten für Facharbeiter auf einen verhängnisvollen Irrweg. Bildungsgerechtigkeit misst sich nicht nach formalen Abschlüssen, sondern nach konkreten Berufs- und Lebensperspektiven. So haben wir in Deutschland gerade wegen eines vergleichsweise niedrigen Akademikeranteils von 25 Prozent zugunsten einer guten beruflichen Bildung auch die mit 7,5 Prozent bei Weitem geringste Jugendarbeitslosigkeit aller 28 EU-Staaten vorzuweisen. An diesem Wert zeigt sich der Erfolg des differenzierten Bildungssystems in Hessen und Deutschland, als Fundament der dualen Ausbildung und beruflichen Bildung“, so Irmer.

 

 

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Hans-Jürgen Irmer

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