„Wir wollen die jahrzehntelangen schulpolitischen Grabenkämpfe überwinden und dem zentralen Anliegen der Schulen nach langfristiger Planbarkeit und Kontinuität im Sinne der Zukunftschancen unserer Kinder entsprechen. Die Bildungspolitik darf sich nicht länger in strukturpolitischen Debatten erschöpfen, sondern muss sich verstärkt um die Schaffung der Rahmenbedingungen und Voraussetzungen kümmern, die die Schulen für ihre tägliche Arbeit zum Wohle der Schülerinnen und Schüler am meisten benötigen. Mit dem von der Landesregierung initiierten Bildungsgipfel wollen CDU und Grüne daher allen an Schulen Beteiligten die Hand zu einem dauerhaften Schulfrieden und den Schulen die gewünschte Kontinuität und Planbarkeit über einzelne Wahltermine hinaus ermöglichen“, sagte der Bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Hans-Jürgen Irmer, anlässlich der Regierungserklärung des Hessischen Kultusministers, Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, im Hessischen Landtag.
 

„Auf der Grundlage der beiden Säulen von Schulvielfalt und Wahlfreiheit hat Hessen in den zurückliegenden Jahren unterschiedliche Strukturansätze vereint. Mit den Hauptschulen, Realschulen, Mittelstufenschulen, Integrierten und Kooperativen Gesamtschulen, den beruflichen Schulen sowie den G8- und den G9-Gymnasien bietet unser Land die Auswahl aus einer breit gefächerten Schullandschaft, die unterschiedlichen Talenten, Begabungen und Lerngeschwindigkeiten der Schülerinnen und Schüler gerecht wird. Zugleich verbindet sie unterschiedliche politische und programmatische Auffassungen über die geeignete Schulstruktur und erlaubt dadurch Befürwortern sowohl differenzierter als auch integrativer Systeme hinreichende Entfaltungsmöglichkeiten. Mit den beiden jüngst veröffentlichten Studien des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit und des Deutschen Jugendinstitutes haben zudem gleich zwei Untersuchungen unabhängig voneinander die hohe Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit unseres Bildungssystems bestätigt. So haben Schülerinnen und Schüler auch nach der Entscheidung für einen Haupt- oder Realschulgang noch immer vielfältige Wege und Perspektiven, um erfolgreich zum Abitur zu gelangen. Aufgrund der extremen Durchlässigkeit seines Schulsystems erwerben in Hessen daher heute bereits mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler einer Jahrgangsstufe eine Studienberechtigung. Gleichzeitig ist das verbindende Konzept der Schulvielfalt jedoch auch der sicherste Garant für exzellente Zukunftschancen und Karriereperspektiven aller jungen Menschen – davon zeugt nicht zuletzt die in Deutschland mit Abstand niedrigste Jugendarbeitslosigkeit aller 28 EU-Staaten“, so Irmer.
 

„Wir wollen die Verantwortlichen an den hessischen Schulen daher mit dem Bestreben nach einem Schulfrieden in ihrer engagierten Arbeit unterstützen, um auch künftig allen Schülerinnen und Schülern die bestmöglichen Lebenschancen und Karrierewege zu eröffnen. Der Bildungsgipfel bietet in diesem Sinne eine historische Gelegenheit, die von den Schulpraktikern so heftig kritisierten Strukturdebatten und Diskontinuitäten zu überwinden und stattdessen im Dialog die vordringlichen Fragen nach einer Verbesserung der Unterrichtsqualität, der bestmöglichen Ausbildung der Lehrkräfte sowie der Optimierung der Leistungsfähigkeit des Schulsystems und des allgemeinen Bildungsniveaus zu beantworten. Im Hinblick auf die dafür erforderlichen Ressourcen hat die Landesregierung exzellente Rahmenbedingungen geschaffen. Hessen belässt als einziges deutsches Bundesland die demographische Rendite vollständig im System. Unsere Schulen können sich daher trotz Schuldenbremse einer bundesweit einzigartigen Förderung durch die Regierungspolitik erfreuen. Meilensteine wie die Sicherstellung der beispiellosen 105-prozentigen Unterrichtsversorgung und der Ausbau der Stellenzuweisung nach dem Sozialindex für Schulen in besonderem schwierigem Umfeld werden auch weiterhin gewährleistet. Mit der Initiative zu einem parteiübergreifenden Schulfrieden und der Belassung der demographischen Rendite im System machen CDU und Grüne somit deutlich, dass wir die Bildungschancen unserer Kinder entschlossen und tatkräftig, aber ohne ideologische Vorbehalte und Scheuklappen zu behaupten wissen“, sagte Irmer.

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Ansprechpartner

Hans-Jürgen Irmer

Vorsitzender des Unterausschusses für Heimatvertriebene

+49 6441 4490330
hj.irmer@ltg.hessen.de