Der Arbeitskreis Kulturpolitik der hessischen CDU-Landtagsfraktion hat kürzlich die Kooperative Gesamtschule (KGS) und die Berufsbildende Schule in Neustadt am Rübenberge in Niedersachsen besichtigt. Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jürgen Irmer, zeigte sich im Anschluss an den Besuch begeistert von dem "erfolgreichen Schulversuch". "Beide Schulen bieten ihren Schülerinnen und Schülern eine optimale Vorbereitung auf einen erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben und somit auf ein selbst bestimmtes Leben", so der CDU-Politiker.

Die Ganztagsschule wurde von Bundespräsident Köhler mit dem Preis "Starke Schule" ausgezeichnet und überzeugt durch ein differenziertes Konzept der Berufsorientierung. Besonders interessant ist der wegweisende Schulversuch "Doppelqualifikation für Hauptschüler". Seit 2004 biltet die KGS Neustadt am Rübenberge die Schüler ihres Hauptschulzweigs gemeinsam mit der Berufsbildenden Schule Neustadt am Rübenberge aus. Über den allgemeinbildenden Unterricht hinaus erhalten die Schülerinnen und Schüler des 9. und 10. Jahrgangs an zwei Tagen pro Woche Unterricht in einem selbst gewählten Berufsfeld. Nach ihrem Abschluss erhalten sie Zeugnisse beider Schulen, in denen die Anteile der beruflichen Qualifikation aufgeführt sind. "Durch den parallelen Besuch beider Schulen und das praxisorientierte Lernen ist die Lernmotivation der Schüler erheblich angestiegen und die Vermittlungsquote in ein Ausbildungsverhältnis hat sich seit 2004 von durchschnittlich 14 Prozent auf nahezu 70 Prozent erhöht", lobte Irmer.
Die Bildungspolitiker der CDU-Landtagsfraktion zeigten sich begeistert davon, dass es keine Schulabbrecher gebe: "Dass kein Hauptschüler die Schule ohne Abschluss verlässt, ist mehr als bemerkenswert", betonte Irmer. Darüber hinaus beeindruckte die von allen Lehrkräften praktizierte "Politik des Hinsehens", die durch klare Regeln und die Nutzung von Streitschlichterkonzepten begleitet werde. Die enge Einbindung von Eltern und Schülern sorgt zusätzlich für eine starke Identifikation mit der Schule.
"Wir sehen den Schulversuch als eine sinnvolle Ergänzung zum bereits erfolgreichen Programm der SchuB-Klassen an. Unser Ziel muss es sein, in Hessen zwei bis drei Modellregionen zu finden, die an einem hessischen Schulversuch teilnehmen. Eine entsprechende Initiative werden wir nach eingehender Beratung in den Landtag einbringen", erläuterte Irmer abschließend.
 

Bildunterschrift: v.l. Hugo Klein, Claudia Ravensburg, Günter Schork, Hans-Jürgen Irmer, Marina Poppe, Herwig Dowerk, Bernhard Marsch, Tjark Ommen

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