Die hessische SPD wolle alle von Kultusministerin Karin Wolff dargestellten Erfolge der hessischen CDU-Schulpolitik "zunichte machen", stellte der bildungspolitische Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jürgen Irmer, am Mittwoch im Landtag fest. "Die SPD will die Schulvielfalt und Schulwahlfreiheit zerschlagen und die hessischen Eltern bewusst entmündigen. Die Eltern könnten sich mit dieser SPD-Politik nicht mehr aussuchen, auf welche Schule sie ihr Kind schicken wollen." Frau Ypsilanti versuche immer noch ihre Zwangseinheitsschule hinter dem "verniedlichenden" Begriff Haus der Bildung zu "vertuschen". Sie und ihr Berater Domisch aus Finnland, den sie ihrer Fraktion "vor die Nase gesetzt" habe, obwohl Domisch sich nach eigenen Worten in Hessen "nicht auskennt", versuchten die Menschen weiter zu täuschen.

Domisch gebärde sich mit seiner Aussage, man dürfe diese Einheitsschule "nicht Gesamtschule nennen, da dies auf Widerstand stößt", wie ein "bildungspolitischer Wolf im Schafspelz", so Irmer. Die SPD-Schulpolitische Sprecherin Heike Habermann sei da ehrlicher: "Der beste Name für unsere Schule wäre eigentlich Gesamtschule […] Gesamtschule ist nicht in Konkurrenz zu anderen Schulformen, sondern ist die Schulform, die andere ersetzen muss.“ Die SPD wolle mit ihrem Schulkampf an ihre eigene desaströse Schulpolitik bis 1999 anknüpfen. Dies bestätige der SPD-Schulpolitiker Lothar Quanz: "Wir hätten die IGS geschichtlich ein weites Stück vorantreiben können, wenn wir nicht auf halbem Wege stehen geblieben wären" (alle Zitate: SPD-Bildungskongress, 1. 9. 2007).
Das bedeute, so Irmer: "Die hessische SPD will die Integrierte Gesamtschule zwangsweise für alle Kinder und Lehrer einführen", so wie gerade auch die nordrhein-westfälische SPD die zwangsweise Einführung einer "integrativen Gesamtschule" für alle beschlossen habe. "Die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft ist aber wenigstens so ehrlich, zu sagen, was sie will und das Kind beim Namen zu nennen", betonte Irmer. In NRW hatten sich daraufhin zwei Drittel aller Befragten in einer Umfrage des Instituts TNS Emnid gegen diese Zwangseinheitsschule ausgesprochen. "Wir gehen davon aus, dass die hessische SPD den gleichen Widerstand von Eltern, Lehrern und Schülern erfahren wird."
Denn ihre Vorstellungen bedeuteten konkret: „Gymnasien, Haupt- und Realschulen werden zerschlagen, wenn nicht direkt, dann durch die Hintertür des finanziellen Ausblutens, denn nur integrierte Schulen sollen nach Ypsilantis Willen noch gefördert werden. Schulvielfalt und Schulwahlfreiheit gibt es dann nicht mehr. Eltern haben keine Möglichkeit mehr, für ihre Kinder die beste Schule auszusuchen. Lehrer haben keine Möglichkeit mehr, sich für eine Schulform, in der sie unterrichten wollen, zu entscheiden. Alle Schüler werden nach Einheitslehrplänen von Einheitslehrern unterrichtet." Domisch: "Ausgangspunkt ist und bleibt die einheitliche Gemeinschaftsschule der Klassenstufen 1 bis 9 für alle Schüler." Das bedeute: "Bei der SPD sitzt der Gymnasiast neben dem Förderschüler und beide vor einem Einheitslehrer. Für alle drei ist das ein pädagogisches Drama“, erläuterte Irmer.
Bemerkenswert sei es allerdings, dass die finnischen Schulen ein Zentralabitur nach zwölf Jahren vergäben und dies dem hessischen Landesabitur und G 8 entspräche - Fakten, die Domisch offensichtlich verschweige und die die SPD abschaffen wolle, so Irmer.

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