• Hessen verfügt als Logistikstandort über hervorragende Expertise und breite Erfahrung
  • Angelaufener Feldversuch muss ergebnis- und technologieoffen wichtige Fragen zum Einsatz von Oberleitungs-Hybrid-Lkw klären
  • Konkurrenz zum Schienengüterverkehr vermeiden

Auf der A5 in Hessen wurde Anfang Mai die erste deutsche Teststrecke für Oberleitungs-Hybrid-Lkw (OH-Lkw) eröffnet. Die Lkw verfügen über einen Elektro- und einen Dieselmotor sowie Batterien, die sich über Oberleitungen schnell aufladen lassen. Bis Mitte 2020 wird die Anzahl der OH-Lkw auf fünf Fahrzeuge steigen, die mehrmals am Tag die Strecke zwischen Weiterstadt und Langen/Mörfelden befahren. In der Plenardebatte hierzu erklärte der zuständige Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr, Markus Meysner:

„Die Rhein-Main-Region ist seit jeher eine der wichtigsten Modellregionen für Innovationen in den Bereichen Verkehrsmanagement und Verkehrsleittechnik. Über viele Jahre hinweg hat sich die Verkehrszentrale Hessen unter ihrem Leiter, dem jetzigen Präsidenten von Hessen Mobil Gerd Riegelhuth, unter Verkehrsexperten deutschlandweit einen guten Ruf erarbeitet. Im Bereich der Fahrzeug-zu-Fahrzeug- und Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation wie auch bei der optimalen Verkehrssteuerung, etwa der temporären Freigabe von Seitenstreifen auf Autobahnen, oder dem kundenorientierten Management zur Planung von Baustellen, verfügt Hessen als Logistikstandort über hervorragende Expertise und breite Erfahrung.

Mit der Anfang Mai in Betrieb gegangenen Teststrecke für Oberleitungs-Lkw schreiben wir diese erfolgreiche Geschichte Hessens als Testfeld für die innovativen Verkehrstechniken von morgen fort. Erstmals wird dieses System im größeren Maßstab bis 2022 im fließenden Verkehr unter realen Bedingungen hier getestet, um ergebnis- und technologieoffen die Frage zu beantworten: Kann die Kombination aus Elektro- und Dieselmotor sowie Batterien, die sich über Oberleitungen aufladen lassen, einen nachhaltigen Beitrag zur Verringerung der Emissionen aus dem rasant wachsenden Straßengüterverkehr leisten, auch im Vergleich zu anderen Technologien wie der Brennstoffzelle?

Klar ist jedenfalls: Interessant ist der OH-Lkw vor allem für den Teil des Lkw-Verkehrs, der sich mittel- bis langfristig nicht auf die Schiene verlagern lässt. In diesem Zusammenhang muss der Feldversuch auch klären, ob nicht gleiche oder größere Effekte zu erzielen wären, wenn man die Mittel zusätzlich in den Ausbau des Schienengüterverkehrs investieren würde. Denn nach einer Studie des Öko-Institutes, die dem Oberleitungs-Lkw deutliche Vorteile gegenüber dem Diesel bei der Wirtschaftlichkeit für die Nutzer und dem Klimaschutz bescheinigt, würden sich die Investition in ein Netz von rund 4.000 Kilometern bundesweit auf einen gut zweistelligen Milliardenbetrag belaufen.

Mit seiner internationalen Verkehrsdrehscheibenfunktionen, seinem Logistikprofil und vielen Institutionen wie dem Instituts für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik (IVV) der TU Darmstadt, das den Feldversuch begleitet, ist und bleibt Hessen ein perfektes Testfeld für den Verkehr von morgen. Hierfür arbeiten wir auch weiterhin.“

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Ansprechpartner

Markus Meysner

+49 661 9340713
m.meysner@ltg.hessen.de