• Dank, Anerkennung und Respekt für alle, die unter Gefahr für Leib und Leben die friedliche Revolution ermöglichten
  • Systemwechsel verlangte DDR-Bürgern enorme persönliche Leistung ab
  • Gedenken an die Opfer der SED-Diktatur

Zum Jubiläum der Deutschen Einheit erklärte die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ines Claus:

„In tiefer Dankbarkeit und großer Freude feiern wir den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit. Der Fall der Mauer und die Wiedervereinigung waren nicht nur ein großes Glück, sie waren auch große Befreiungsmomente, die unser Land bis heute prägen. Die deutsche Wiedervereinigung war ebenso ein maßgeblicher Meilenstein für ein ungeteiltes Europa.

Die Bürgerinnen und Bürger der DDR haben sich ihre Freiheit erkämpft. Sie haben mit hohem individuellem Risiko und unter Hinnahme von persönlichen Nachteilen, Repressalien und Verfolgung dafür gekämpft, dass auf dem Boden der damaligen DDR demokratische Verhältnisse geschaffen wurden. Den Mitgliedern der demokratischen Bürgerbewegung in der DDR ist es deshalb maßgeblich zu verdanken, dass es zur erfolgreichen friedlichen Revolution des Herbstes 1989 kommen konnte. Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl hat diese einzigartige, historische Chance erkannt und mit seinem Zehn-Punkte-Programm entschlossen die Initiative zur deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 ergriffen. Als Hessen haben wir die Einigung stets mit ganzer Kraft unterstützt. Unter CDU-Ministerpräsident Dr. Walter Wallmann stand vor allem dem neuen Nachbarland Thüringen in der Wendezeit mit Rat und Tat beim Aufbau der Verwaltung und demokratischer Strukturen zur Seite.

Der Einigungsprozess war für viele der ehemaligen Bürgerinnen und Bürger mit einem Systemwechsel und andauernden Umbrüchen verbunden, der eine enorme persönliche Leistung abverlangte. Unser Land war 40 Jahre lang geteilt, das hinterlässt Spuren, auch weit über eine Generation hinaus. Die Menschen aus der ehemaligen DDR haben dabei Enormes geleistet. Angesichts dieser einschneidenden Umbrüche ist es erfreulich, dass inzwischen für über 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Ostdeutschland die Vorteile durch die Wiedervereinigung überwiegen. Vieles ist zusammengewachsen, aber noch nicht alles. Zum 30. Jahrestag unserer staatlichen Einheit gilt es daher, die innere Einheit unseres Landes noch weiter zu forcieren, die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West weiter voranzutreiben und die Mauer in manchen Köpfen ebenfalls zu Fall zu bringen.

An diesem besonderen Tag denken wir auch ganz besonders an die Opfer der SED-Diktatur. Den mutigen Bürgerinnen und Bürgern die ihr Leben bei Fluchtversuchen verloren haben, die benachteiligt, verfolgt und inhaftiert wurden. Die DDR war ein Willkür- und Repressionsstaat, in dem systematisch gespitzelt wurde, Menschenrechte massiv verletzt und Biografien gebrochen wurden. 1.245 Tote an der innerdeutschen Grenze, bis zu 100.000 Verhaftungen wegen Fluchtversuchs und mehr als 200.000 politische Gefangene zeigen die unerbittliche Konsequenz, mit der die SED ihr totalitäres System durchsetzte und den Widerstand brach. Viele der Opfer leiden bis heute unter den Folgen der 40-jährigen Diktatur in der DDR. Ihnen gilt auch zukünftig unsere tiefe Anerkennung und Unterstützung.

Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit sind nicht selbstverständlich und nicht garantiert. Als Demokratinnen und Demokraten ist es daher unsere Pflicht diese Werte und Errungenschaften entschlossen und das Vermächtnis der Friedlichen Revolution zu wahren und immer wieder gegen Extremisten und Verfassungsfeinde zu verteidigen.“

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Ansprechpartnerin

Ines Claus

Fraktionsvorsitzende

+49 611 350532
i.claus@ltg.hessen.de