"Die Nahrungsmittelindustrie ist dabei, den letzten Rest an Glaubwürdigkeit zu verspielen. Sie hat den Verbrauchern über Jahre hinweg vorgemacht, dass gute Qualität zu immer niedrigeren Preisen zu haben sei. Dabei hat man heimlich immer schlechtere Rohstoffe verwendet, um den Gewinn zu steigern", sagte die zuständige Sprecherin für Verbraucherschutz in der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Judith Lannert, heute in Wiesbaden. "Corned Beef ist leider nur ein Beispiel von vielen. Daher muss weiter konsequent kontrolliert und im Wiederholungsfall veröffentlicht werden", forderte Lannert.

Gleichzeitig zeigten die Ergebnisse aber auch die Wirksamkeit der durchgeführten Kontrollen: "Die Veröffentlichung dieser Ergebnisse zeigt eine Transparenz, die ich bei der Nahrungsmittelindustrie vermisse", stellte Lannert fest. Die Kontrolldichte in Hessen sei deutlich höher als in den übrigen Bundesländern. Über ein Drittel der bundesweiten Betriebskontrollen in diesem Jahr werden in Hessen stattfinden.

Untersuchungen des Hessischen Landeslabors hatten ergeben, dass bei 13 (86,7 Prozent) von 15 Proben, die als Corned Beef ausgewiesen waren, der vorgeschriebene sog. "BEFFE-Anteil" - d. h. der Gehalt an bindegewebseiweißfreiem Fleischeiweiß - unterschritten wurde. Acht von den 13 (53,3 Prozent) mangelhaften Proben mussten zudem noch wegen fehlerhafter oder nicht vorhandener Kennzeichnung von Zusatzstoffen beanstandet werden.

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