"Die Vorbehalte gegenüber der Gentechnik in weiten Teilen der Bevölkerung sind zu respektieren. Dennoch ist es untauglich, die Verunsicherung durch Populismus und Angstmacherei weiter zu schüren. Eine Versachlichung der Diskussion auf solider wissenschaftlicher Grundlage ist längst überfällig", sagte die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Judith Lannert, heute in Wiesbaden. Hierzu sei eine vorurteilsfreie Erforschung "unabdingbar notwendig", nicht zuletzt auch, um den Anschluss an die weltweite Entwicklung nicht zu verlieren.

"Wir dürfen bei der grünen Gentechnik nicht den gleichen Fehler machen wie seinerzeit bei der mittlerweile unumstrittenen roten Gentechnik", warnte Lannert.
Die CDU-Politikerin betonte, dass ein Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen aus Vorsorgegründen nur dann statthaft sei, wenn davon nach dem Stand der Wissenschaft keine Risiken für Mensch, Tier und Umwelt ausgingen. Um dies zu gewährleisten, sei ein strenges Zulassungsverfahren mit umfangreichen Versuchen und Risikoabschätzungen zu durchlaufen. "Aufgrund der unterschiedlichen Eigenschaften der Pflanzen kann dies nicht pauschal erfolgen, sondern muss auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmt sein. Generelle und strikte Anbauverbote gentechnisch veränderter Pflanzen, wie von Grünen und SPD begehrt, sind jedoch der falsche Weg", stellte Lannert fest.
Etwas anderes stellten freiwillige Selbstverpflichtungen zum Verzicht auf Gentechnik dar. "Wenn sich Landwirte, Gärtner und Imker eines Landstrichs freiwillig dazu verpflichten, in einer gentechnikfreien Region auf gentechnisch veränderte Kulturen zu verzichten, dann ist dies auch von unserer Seite zu respektieren und zu unterstützen. Geschieht dies allerdings nicht mehr auf freiwilliger Grundlage, sondern läuft auf Zwang und Bevormundung hinaus, wie es die Grünen in ihrem ursprünglichen Antrag in unmissverständlicher Klarheit formulierten, dann trifft das nicht auf unsere Zustimmung", stellte die CDU-Politikerin abschließend klar.

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