„Vor einem Jahrhundert, am 28. Juni 1914, zog das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand die rivalisierenden europäischen Mächte und Bündnisse in einen verhängnisvollen Krieg, in dessen Verlauf unvorstellbares Leid und Elend über die Völker Europas und der Welt hereinbrach. An die Stelle von Diplomatie und Völkerrecht trat die industrialisierte Kriegführung; die Kavalleriegefechte des 19. Jahrhunderts wichen der Zerstörung durch Maschinengewehre, Panzer, Flugzeuge und chemische Waffen. Das Versagen des Völkerrechts in einem anfangs regional begrenzten Krisenherd ist jedoch beileibe kein historischer Sonderfall, sondern eine Kontinuitätslinie der Geschichte. Auch die unvermindert bestehenden Gefahren terroristischer Anschläge rufen uns dabei fortwährend die Konsequenzen aus einer fehlenden Sensibilität für die Werte der Sicherheit, der Freiheit und der Menschenwürde in Erinnerung. Das Gedenken an die Tragödie des Ersten Weltkrieges und die zehn Millionen Tote auf den Schlachtfeldern Europas muss daher heutigen Generationen als dauerhafter Auftrag und Verpflichtung zur entschlossenen Verteidigung von Frieden, Diplomatie und Völkerrecht dienen“, mahnte die CDU-Landtagsabgeordnete, Karin Wolff, anlässlich des Setzpunktes der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag zum Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren.
 
„Der von George Kennan trefflich als ‚Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts‘ bezeichnete Erste Weltkrieg legte das gewaltsame Fundament für ein Jahrhundert der totalitären Ideologien und der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Staaten und Völkern Europas und der Welt. Nach dem Kriegsende 1918 und dem Zusammenbruch der alten Ordnung bildeten die materiellen und moralischen Trümmer des Kontinents den Nährboden für die beiden Extreme des Nationalsozialismus und des Kommunismus, die den Verlauf der Geschichte bis 1989 geprägt haben. Das Gedenken an den 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges ist jedoch auch untrennbar verknüpft mit dem geschichtlichen Wandel von der kriegerischen Pentarchie mit der deutsch-französischen Erbfeindschaft im Zentrum zu einem geeinten Europa mit der deutsch-französischen Freundschaft als treibender Kraft. Am 22. September 1984 und damit 70 Jahre nach dem Beginn der mörderischen Kämpfe um die Festungsanlage von Verdun haben sich der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Staatspräsident Francois Mitterand auf den Gräberfeldern die Hand gereicht. Die in dieser Geste versinnbildlichte Aussöhnung über den Gräbern mahnt auch drei Jahrzehnte danach an die fortwährende historische Verpflichtung zu einem Miteinander der europäischen Völker und der kontinuierlichen Weiterentwicklung des gemeinsamen Hauses Europa“, so Wolff.
 
 
 

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Karin Wolff

Vorsitzende des Hauptausschusses, Sprecherin für Wissenschaft und Kunst, Medienpolitische Sprecherin, Staatsministerin a.D.

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