"Überaus erfreut und als positives Signal" wertete der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Kurt Wiegel, Meldungen, wonach EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel Sonderabgaben für Betriebe fordere, die mehr Milch als erlaubt produzieren. Diese Sonderabgabe soll auch dann fällig werden, wenn das Land insgesamt seine zugeteilte Höchstmenge einhält.

"Damit lenkt die Agrarkommissarin ein und greift eine wichtige Forderung der Hessischen Landwirtschaftsministerin Silke Lautenschläger auf, die sich vor kurzem mit verschiedenen Vorschlägen zur Reform des Milchmarktes an EU-Agrarkommissarin Fischer Boel und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner gewandt hatte", sagte der Agrarsprecher.

Wiegel geht davon aus, dass sich bei Umsetzung dieser Maßnahme "kurzfristige und unmittelbare Auswirkungen auf den Milchmarkt" ergeben werden, die durch eine Verringerung der Milchmenge auf steigende Preise hoffen lassen. "Bislang ist es möglich, dass Überlieferungen von Betrieben ausgeglichen werden können, wenn andere Betriebe die ihnen zustehende Milchmenge nicht voll erfüllen", klärte Wiegel auf. In Hessen werde tendenziell eher weniger Milch produziert, während Betriebe in anderen Bundesländern eher zur Übererfüllung der Milchquote neigten.
Mit zu dieser Entwicklung dürften nach Ansicht Wiegels auch die öffentlichkeitswirksamen Aktionen der Milcherzeuger beigetragen haben. Das Wegschütten von Milch dürfe aber nur "das allerletzte Mittel" sein. Er ist sich sicher, dass dies den Landwirten bestimmt nicht leicht falle. "Es ist vielmehr ein Anzeichen dafür, wie dramatisch die Situation in den einzelnen Betrieben ist", so Wiegel abschließend.
 
 

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