"Es ist geradezu unverantwortlich, dass der Lebensmittelhandel die schwierige Angebotssituation derart ausnutzt und hochwertige Lebensmittel als Lockvogelangebote im Wettbewerb um Marktanteile regelrecht verschleudert. Faire Preise sind für Hessens Milchbauern aber überlebensnotwendig", sagte der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Kurt Wiegel, in der heutigen aktuellen Stunde. Er erläuterte, dass die derzeitigen Milchpreise keine rentable Milchproduktion in Hessen mehr zuließen und Milchviehbetriebe in ihrer Existenz gefährdeten. "Dass es auch anders geht, beweist die jüngste Initiative einer Fuldaer Handelskette, die mit einem etwas erhöhten Milchpreis einen Fonds zur Unterstützung der Milchbauern speisen will", lobte der CDU-Agrarexperte.

Als Ursache für die Milchpreismisere nannte der Agrarpolitiker den Überschuss auf dem Milchmarkt, der in erster Linie von besorgniserregenden Nachfrageeinbrüchen verursacht worden sei. Positiv bewertete Wiegel dagegen die verschiedenen Aktivitäten der Landesregierung zur Unterstützung der Milchbauern wie die Erhöhung der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete, die verstärkte Investitionsförderung oder die Bestrebungen zum verstärkten Schulmilchabsatz. Der CDU-Politiker räumte ein, dass von Seiten des Landes Hessen nur eine begrenzte Einflussmöglichkeit auf die europaweit geltende Milchmarktregelung bestehe, dennoch müsse "das Mögliche getan werden, auch wenn Mehrheiten für hessische Belange weder auf Bundes- noch auf europäischer Ebene erkennbar seien".
Wiegel kritisierte, dass in verschiedenen Lebensmitteln, die bislang Milch enthielten, auf billige Ersatzprodukte auf Basis von Pflanzenfetten ausgewichen wurde. "Stattdessen muss wieder zu traditionellen Rezepturen mit Milch zurückgekehrt werden", forderte Wiegel. "Es lohnt, bei vermeintlichen Milchprodukten und Milcherzeugnissen genau hinzuschauen und nachzufragen, ob sie auch tatsächlich aus Milch hergestellt wurden", so sein abschließender Appell an die Verbraucher.
 

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