"Die Erlössituation ist nicht nur im Milchbereich unbefriedigend, sie trifft in diesem Jahr auch die Ackerbaubetriebe hart", sagte der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Kurt Wiegel, im Hinblick auf die heute durch den Hessischen Bauernverband geschilderte Situation im Getreidesektor.

Demnach blieben die Getreideerträge deutlich hinter den Erwartungen zurück. "Nachdem die Ernte begonnen hat und erste Ergebnisse vorliegen, müssen wir davon ausgehen, dass die Erträge um etwa fünf bis zehn Prozent unter denen des Vorjahres liegen werden", so der Agrarpolitiker. Leider bewegten sich die Preise aufgrund des geringeren Angebots dennoch nicht nach oben: "Angebote von aktuell acht Euro für 100 Kilogramm Gerste sind absolut indiskutabel. Noch vor zwei Jahren konnte für die gleiche Menge mehr als das Doppelte erlöst werden", informierte Wiegel

Dennoch seien viele Betriebe aufgrund von Liquiditätsengpässen gezwungen, ihr Getreide während der Ernte zu verkaufen, um offen stehende Rechnungen begleichen zu können. Gerade diese Betriebe profitierten vom Liquiditätshilfeprogramm des Landes, bei dem die Zinsverbilligungen des Bundes durch das Land um einen weiteren Prozentpunkt abgesenkt wurden. "Damit wird den Betrieben die Chance gegeben, das Getreide einzulagern und zu einem späteren Zeitpunkt zu verkaufen, wenn sich die Marktsituation entspannt hat", erläuterte Wiegel abschließend.

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