„Demokratie lebt vom Wettbewerb der unterschiedlichen Ideen. Über den richtigen poltischen Weg müssen deshalb auch künftig die Argumente deutlich ausgetauscht werden, damit die Bürgerinnen und Bürger im besten Sinne des Wortes ‚eine Wahl‘ haben. Als CDU-Landtagsfraktion ist es immer unser Anspruch gewesen, den Meinungsbildungsprozess zu den verschiedensten Themen in unserem Land aktiv mitzugestalten. Unser neue Veranstaltungsreihe ‚Große Debatten‘ soll dazu einen wichtigen Beitrag leisten“, erklärte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Michael Boddenberg, anlässlich der Vorstellung der Veranstaltungsreihe „Große Debatten und ihr Einfluss auf Staat und Gesellschaft in Gegenwart und Zukunft.“

Die neue Veranstaltungsreihe solle an die großen Debatten erinnern, die Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten seit seiner Gründung bewegt haben. Die Weltwirtschaftskrise, der IS-Terror im Nahen Osten und der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine machten es notwendig, frühere Standpunkte zu kennen und gegebenenfalls zu neuen Bewertungen zu kommen. „Ein Blick auf einige der großen Debatten in der Geschichte der Bundesrepublik gibt uns die Möglichkeit, an vergangene Auseinandersetzungen zu erinnern und gleichzeitig zu fragen, welche Erkenntnisse für aktuelle und künftige Politik gewonnen werden können. Es ist Aufgabe von Politik, über den Tellerrand zu schauen und Standpunkte immer wieder neu auszutarieren. Dies geschieht nicht durch das Festhalten an überkommenen Strukturen, sondern durch die kritische Analyse des gesellschaftlichen Wandels und das Auffinden von Lösungen auf der Grundlage eines erkennbaren Wertefundaments“, so Boddenberg.

In einem Pressegespräch hatte Boddenberg die Veranstaltungsreihe vorgestellt, mit der die CDU-Landtagsfraktion den öffentlichen Diskurs ziemlich genau ein Jahr nach Beginn der neuen Legislaturperiode fortsetzen wolle. Die großartige Resonanz und die positiven Rückmeldungen auf die bisherigen Veranstaltungsreihen hätten gezeigt, dass bei den Bürgerinnen und Bürgern ein Interesse bestehe, über den Tag hinaus zu denken und über die Werte einer christlich-bürgerlichen Demokratie zu diskutieren. Die Referenten zeichneten sich durch ihr hohes Renommee und ihre Sachkenntnis aus. „Es ist uns gelungen, für die Vorträge führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu gewinnen. Sie werden darlegen, was Staat und Gesellschaft aus ihrer Sicht für Gegenwart und Zukunft aus den Debatten lernen können. Wir versprechen uns von den Vorträgen wichtige Impulse nicht nur für unsere eigene politische Arbeit, sondern darüber hinaus auch für eine zukunftsgerichtete Gestaltung von Staat und Gesellschaft in unserem Land“, sagte Boddenberg.

Zu den Veranstaltungen im Einzelnen:
In der Auftaktveranstaltung wird der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung von CDU und CSU, Dr. Carsten Linnemann, **mit seinem Vortrag „Das Wirtschaftswunder und die Debatte über die soziale Marktwirtschaft in den 1960er-Jahren**“ die Debatte um die Bedeutung der sozialen Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung des Grundgesetzes beleuchten. Linnemann ist trotz seiner jungen Jahre bereits heute einer der profiliertesten Wirtschaftspolitiker unseres Landes. Mit dem von ihm mitentwickeltem Konzept der „Flexi-Rente“ leistet er in einer bedeutenden Frage einen wesentlichen Beitrag.

Der ehemalige TV-Moderator von „Aktenzeichen XY“, Journalist und Rechtsanwalt, Dr. Butz Peters, wird unter der Überschrift „Die RAF und die Sicherheitsdebatten der 1970er-Jahre“ an die Herausforderungen des Staates im Umgang mit der linksterroristischen RAF erinnern. Peters hat mehrere Bücher über die RAF geschrieben. In seiner Analyse wird er interessante Einblicke zu aktuellen Fragen im Bereich des Links- und Rechtsterrorismus geben.

Das Thema „Der Fall des Eisernen Vorhangs und die Debatten zur Wiedervereinigung in den 1980er-Jahren“ steht im Mittelpunkt des Vortrages von **Prof. Dr. hc. Horst Teltschik. **

Teltschik gehörte zum engsten Beraterkreis von Helmut Kohl und war maßgeblich an den Verhandlungen zur Wiedervereinigung Deutschlands in den Jahren 1989/90 beteiligt. Als Experte für Außenpolitik wird er den historischen Wiedervereinigungsprozess auch mit einer Bewertung aktueller Fragen wie der Ukrainekrise in Russland verbinden.

Einem schwierigen Thema nähert sich Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble **in seinem Vortrag „Was ist der Kern Europas? Zu den Debatten über die Vertiefung und Erweiterung der EU seit den 1990er-Jahren“.** Wolfgang Schäuble ist einer der bekanntesten und profiliertesten Bundespolitiker unserer Zeit. Seit mehr als 30 Jahren hat er führende politische Ämter inne. Neben der Tagespolitik beschäftigt sich Schäuble schon immer mit grundsätzlichen Fragen um die Zukunft von Staat und Gesellschaft in Deutschland und Europa. Er ist daher prädestiniert, die Debatten über die Entwicklung und Erweiterung der Europäischen Union näher zu beleuchten.

Der Publizist und Sozialwissenschaftler, Prof. Dr. Meinhard Miegel, **wird über **„Die Debatte über den Bericht des Clube of rome zu den Grenzen des Wachstums“ sprechen. Von dem 1971 veröffentlichten Bericht sind bis heute über 30 Millionen Exemplare in 30 Sprachen verkauft worden. Der club of rome prognostizierte damals, dass die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht sein werden, wenn die Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält. Meinhard Miegel ist der bekannteste Wachstumskritiker Deutschlands. Er wird die damaligen Schlussfolgerungen des Berichts mit der aktuellen Entwicklung vergleichen und um spannende neue Erkenntnisse anreichern.

Der stellvertretende Chefredakteur der ZDF, Elmar Theveßen **wird „Die Terrorismusdebatte nach 9/11 und die 2000er-Jahre“ **in den Mittelpunkt seines Vortrages stellen. Theveßen ist einer der bekanntesten Terrorismusexperten unseres Landes. Als langjähriger ZDF-Korrespondent Nordamerika im Studio Washington setzte sich Theveßen in mehreren Büchern mit den Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September 2001 auf unsere freie westliche Gesellschaft auseinander.

Vor den besorgniserregenden Entwicklungen rund um die Terrorgruppe IS im Irak und Syrien und das sich verstärkende Problem salafistischer Hassprediger in Deutschland wird Theveßen interessante Parallelen aufzeigen.

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe wird die schweizerisch-italienische Wirtschaftswissenschaftlerin, Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro, über die „Die Debatten über die Banken- und Staatsschuldenkrise in der EU und die 2010er-Jahre“ referieren. Zwischen 2004 und 2012 war Prof. Weder di Mauro Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Rat der Wirtschaftsweisen“) in Deutschland. Sie wird die Auswirkungen der Banken- und Staatsschuldenkrise auf die wirtschaftliche Entwicklung Europas beleuchten und darlegen, welche weiteren regulatorischen Eingriffe aus ihrer Sicht notwendig sind.

Hier können Sie den Flyer zur Debatten-Reihe herunterladen.

 

 

 

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Michael Boddenberg

Fraktionsvorsitzender, Staatsminister für Bundesangelegenheiten a.D.

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