„Die heute vorgestellten Modelle für regelmäßige Lärmpausen von sieben Stunden sind ein weiterer Impuls für eine Verringerung der Lärmbelastung am Flughafen Frankfurt. Der Betrieb des Flughafens ist mit großen Chancen, jedoch unstreitig auch mit erheblichen Belastungen für die umliegende Bevölkerung verbunden. Aufgabe der Politik ist es, die unterschiedlichen Interessen in diesem Feld immer wieder neu abzuwägen und zusammenzuführen. Im Interesse der Menschen in der Region muss die Luftverkehrswirtschaft aber alles technisch Mögliche und ökonomisch Vertretbare tun, um für eine Fluglärmreduzierung zu sorgen. Die heute vorgestellten Maßnahmen sind auf diesem Weg ein weiterer sehr wichtiger Schritt“, sagte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Michael Boddenberg, anlässlich der Vorstellung von verschiedenen Modellen für siebenstündige Lärmpausen am Flughafen Frankfurt durch Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. Die Modelle seien in enger Zusammenarbeit mit der Fraport AG, der Deutschen Flugsicherung und der Deutschen Lufthansa entwickelt worden.

Die Modelle sähen vor, durch den abwechselnden Verzicht auf die Nutzung einzelner Bahnen in den Nachtrandstunden von 22 bis 23 Uhr sowie von 5 bis 6 Uhr regelmäßig für bestimmte Regionen rund um den Flughafen eine siebenstündige Nachtruhe zu verwirklichen. „Dazu wurden eine Vielzahl von Möglichkeiten eingehend diskutiert: Die weitere Verbesserung des Bahnmanagementsystems ist der Schlüssel für die heute vorgestellten fünf Lösungen. Nun müssen diese Vorschläge mit dem Forum Flughafen und Region, der Fluglärmkommission, den Kommunen und den Interessenverbänden eingehend diskutiert werden, um am Ende einen möglichst großen Konsens über eines der fünf Modelle zu erreichen, welches dann in den Probebetrieb übernommen werden kann.

Als direkt gewählter Landtagsabgeordneter für den Frankfurter Süden, betonte Boddenberg, es sei wichtig, dass Modelle vorgestellt worden seien, die Lärmpausen für alle betroffenen Gebiete in der Region möglich machten. „Die beiden Modelle, die bei Betriebsrichtung West Lärmpausen zwischen 22 und 23 Uhr für die Nordwestbahn vorsähen, bedeuten auch für die Anwohner im Frankfurter Süden eine erhebliche Verbesserung“.

Im Hinblick auf die weiteren, im Koalitionsvertrag zwischen CDU und GRÜNEN vereinbarten Maßnahmen machte Boddenberg deutlich: „Wir haben für diese Legislaturperiode eine Vielzahl zusätzlicher Schritte vorgesehen. Dazu zählen die Einführung einer Lärmobergrenze entsprechend der Empfehlung des Mediationsverfahrens mit dem Ziel, eine deutliche Lärmreduzierung gegenüber den im Planfeststellungbeschluss prognostizierten Werten zu erreichen, sowie ein Lastenausgleich für besonders vom Fluglärm betroffene Kommunen und eine stärkere und frühere Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Planung von Flugverfahren.“ Zur hierfür notwendigen Überarbeitung des Luftverkehrsgesetzes befände sich Hessen in Gesprächen insbesondere mit Rheinland-Pfalz.

„Wir werden auch bei unseren Anstrengungen bei der konsequenten Umsetzung und Weiterentwicklung des Maßnahmenpaketes der ‚Allianz für mehr Lärmschutz 2012‘ nicht nachlassen. So wurde zuletzt das satellitengestützten Präzisionsanflugsystem ‚Ground Based Augmentation System‘ (GBAS) in Betrieb genommen, mit dem – je nach Verkehrslage – auch noch weniger Kilometer von der Landung bewohnte Gebiete umflogen werden können. Auf diese Weise eröffnet sich mittel- und langfristig eine weitere Perspektive auf eine Verringerung der Fluglärmbelastung in der Region. Nun sind die in Frankfurt operierenden Fluggesellschaften am Zug, ihre Flotten mit entsprechenden Empfängern auszurüsten. Nur dann kann GBAS breit genutzt werden“, erklärte Boddenberg.

„Die heute vorgestellten Modelle und deren Entwicklung machen deutlich, dass die Koalition von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auch bei schwierigen Fragen äußerst verlässlich auf Grundlage des Koalitionsvertrages zusammen arbeitet. Für die erheblichen Anstrengungen aller Beteiligten möchte ich mich daher ausdrücklich bedanken. Dies gilt ganz besonders auch für die Vertreter der Deutschen Lufthansa, des Flughafens und der Flugsicherung. Der Flughafen Frankfurt ist die größte Arbeitsstätte in Deutschland. Er bietet bei allen Herausforderungen große Chancen für ein exportorientiertes Land wie Hessen und das Rhein-Main-Gebiet. Diese Chancen müssen wir umsichtig nutzen“, so Boddenberg.

 

 

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Ansprechpartner

Michael Boddenberg

Finanzminister, Staatsminister für Bundesangelegenheiten a.D.

+49 69 96200004
E-Mail senden