"Es ist überfällig, dass Chancen und Risiken der verschiedenen Energieträger objektiv und sachgerecht miteinander abgewogen werden. Am ehesten kann eine sichere, preiswerte und umweltfreundliche Energieversorgung mit einem technologieoffenen und ausgewogenen Mix aller verfügbaren Energieträger gelingen. Auch ohne erklärter Kernenergie-Gegner zu sein, kann man die erneuerbaren Energien ausbauen. Das scheint aber in bestimmte Weltbilder nicht hineinzupassen", sagte der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Peter Stephan, heute im Hessischen Landtag.

Vielmehr würden sogar diejenigen verunglimpft und diffamiert, die sich zur Kernenergie bekennen und ihr demokratisches Recht zur freien Meinungsäußerung nutzen. "Es gefällt ihnen nicht, dass es Menschen gibt, die nicht ihrer Meinung sind", warf der CDU-Politiker der Opposition vor.
Hart ins Gericht ging Stephan mit dem Gebaren von Bundesumweltminister Gabriel, der in 3 1/2 Jahren seiner Amtstätigkeit "vor allem durch Untätigkeit" aufgefallen sei. "Erst wenige Monate vor der Wahl entwickelt Gabriel plötzlich einen in Energiefragen bislang ungekannten Aktionismus und lässt keine Gelegenheit aus, die Kernenergie mit allen Mitteln zu diskreditieren. Dabei konstruiert er Zusammenhänge, die sachlich und fachlich unhaltbar sind. Wäre ihm wirklich ernsthaft an einer Lösung der Endlagerung gelegen, würde er sich nicht auf das Schikanieren und Blockieren beschränken", stellte der Umweltpolitiker fest.
Trotz aller Anstrengungen könne die Energieversorgung allenfalls mittelfristig auf erneuerbare Energien umgestellt werden, so dass in einem Übergangszeitraum die Kernkraft als CO2-arme Brückentechnologie zu nutzen sei. Vorrangig seien beim Ausbau der erneuerbaren Energien fossile Energieträger zu ersetzen, da nur dann der beabsichtigte Rückgang der CO2-Emissionen erreicht werden könne. "Die aus dem vorübergehenden Weiterbetrieb der Anlagen entstehenden Gewinne sind in erster Linie zum Umbau der Energieversorgung einzusetzen", forderte Stephan abschließend.

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