„Äußerst zufrieden und mit vielen neuen Informationen und Erkenntnissen bereichert“, zeigte sich der Umweltpolitische Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Peter Stephan, am Rande der traditionellen Sommerreise des Arbeitskreises für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der CDU-Landtagsfraktion, der die zweitägige Reise in diesem Jahr gemeinsam mit dem  Koalitionspartner BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN unternommen hat.

Zu Beginn der Reise informierte sich der Arbeitskreis im Forstamt Dieburg bei einer Waldbegehung über aktuelle Fragen der Forstpolitik und die Erfahrungen des Pilot-Forstamtes mit der FSC-Zertifizierung. „Die grundsätzlich positiven Erfahrungen in Dieburg waren ein Grund dafür, weitere Staatswaldflächen nach FSC-Kriterien zu zertifizieren. Dabei ist es wichtig, sorgfältig vorzugehen und die Folgen für alle Waldfunktionen – Natur-, Arten- und Klimaschutz, die Erholungsfunktion und auch die Wirtschaftlichkeit – zu berücksichtigen. Es war uns wichtig, unmittelbar vor Ort zu sehen, wie sich der ‚FSC-Wald‘ in Dieburg in den letzten Jahren im Vergleich zu den PEFC-zertifizierten Wäldern Hessens entwickelt hat und mit den verantwortlichen Förstern des Landesbetriebs Hessen-Forst die Chancen, Kosten und Risiken zu erörtern“, so Stephan.

Im Anschluss besuchte der Arbeitskreis zwei Landwirtschaftliche Betriebe in Dieburg und im Main-Kinzig-Kreis. Zunächst suchte man auf dem Hofgut Habitzheim – einem der größten ökologisch bewirtschafteten Landwirtschaftsunternehmen Hessens – das Gespräch mit dem Vorsitzenden des Bundesverbandes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Prinz zu Löwenstein über die verschiedenen Facetten ökologischer Landwirtschaft. Stephan zeigte sich beeindruckt von der Diversifizierung und dem klaren Fokus auf eine nachhaltige und umweltschonende Produktion. Im Anschluss kamen die Agrarpolitiker auf dem Friedrichshof in Gründau – einem der größten und modernsten Agrarbetriebe Hessens – mit dem Betriebsinhaber und dem Vorsitzenden des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, ins Gespräch. „Hier konnten wir uns überzeugen, wie gut, sauber und tiergerecht moderne Landwirtschaft auch im konventionellen Bereich funktioniert. Die beiden Besuche haben gezeigt, auf welch vielfältige Art in Hessen moderne Landwirtschaft betrieben wird. Wir fühlen uns darin bestärkt, konventionelle und ökologische Landwirtschaft nicht gegeneinander auszuspielen, sondern die große Leistung aller Bäuerinnen und Bauern in Hessen zu würdigen und anzuerkennen“, so Stephan.

Der nächste Stopp der Reise führte die Politiker zur Hochwald Molkerei und Käserei nach Hünfeld. „Hier hat sich ein moderner Betrieb zur Verarbeitung von Milchprodukten entwickelt. Die lebensmittelverarbeitenden Betriebe sind für die Landwirte der Region und den ländlichen Raum sehr wichtig. Es ist gut, dass hier in Osthessen eine so leistungsfähige Molkerei einen verlässlichen Abnehmer darstellt, der mit guter hessischer Milch Wertschöpfung und Veredlung betreibt. Die hier hergestellten Produkte wie Molke und Käse bringen gute hessische Qualität in die Welt. Die Investitionstätigkeit des Unternehmens am Standort ist zudem ein wichtiger Pfeiler für die Mittelgebirgs-Region“, so Stephan.

Am zweiten Tag der Sommerreise stand die Umweltforschung im Mittelpunkt des Interesses. „Hessen ist ein starker Forschungsstandort. Mit dem LOEWE-Programm sichert das Land wissenschaftliche Exzellenz in Hessen. Ich bin froh, dass auch die Umwelt- und Klimaforschung davon profitiert“, erklärte Stephan.

Zu Beginn des zweiten Reisetages informierte sich der Arbeitskreis über die Forschung des LOEWE Zentrum für Insektenbiotechnologie & Bioressourcen in Gießen. Der LOEWE-Schwerpunkt, an dem Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), der Fraunhofer-Projektgruppe Bioressourcen, und die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) beteiligt sind, befasst sich mit so genannter gelber Biotechnologie. Unter Gelber Biotechnologie (Insektenbiotechnologie) versteht man den Einsatz biotechnologischer Methoden, um Insekten bzw. von diesen stammende Moleküle, Zellen, Organe oder symbiontische Mikroorganismen für Anwendungen in der Medizin (Rote Biotechnologie), im Pflanzenschutz (Grüne Biotechnologie) oder in der Industrie (Weiße Biotechnologie) nutzbar zu machen. „Hier wird auf einem ungeheuer spannenden und vielseitigen Feld wichtige Forschung betrieben. Es zeigt sich, dass die Investiton in das Technologie- und Innovationszentrum Gießen  die richtige Entscheidung war. Gerade in der Biotechnologie liegen ungeheure Potenziale. Aber man muss auch über Risiken und ethische Grenzen sprechen“, sagte Stephan.

Zum Abschluss ging es für  die Umweltpolitiker das LOEWE Zentrum FACE2FACE. Dort untersuchen die Universitäten in Gießen, Marburg und Geisenheim gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie und dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie die Folgen des Klimawandels und Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und zur Verminderung von Treibhausgasemissionen bis 2050. „Der Klimawandel ist eine der zentralen Herausforderungen für unsere Generation. Hier wird in Mittelhessen sehr wertvolle Forschungsarbeit geleistet um den Klimawandel auf der einen Seite so weit wie möglich zu begrenzen und auf der anderen Seite auf unvermeidliche Veränderungen des Klimas in unseren Regionen richtig zu reagieren. Diese Forschung wird mittelfristig unschätzbar wertvoll für die Entwicklung unserer Region werden“, so Stephan.
 

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Ansprechpartner

Peter Stephan

Sprecher für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

+49 6252 982144
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