"Es besteht hohe Einigkeit darüber, auch zwischen den Parteien, dass auf allen politischen Ebenen gehandelt werden muss, um den Milchbauern in der Krise zu helfen. Die Wege dazu sind aber durchaus verschieden", stellten der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Peter Stephan, und der landwirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Kurt Wiegel, heute in Wiesbaden fest. Bei der ersten Zusammenkunft der CDU-Landtagsfraktion nach der Sommerpause wurde deshalb, neben den üblichen Besprechungsgetränken, auch Milch serviert.

"Nach einer langen Zeit mit vorgegebenen Milchquoten, befindet sich die Landwirtschaft nun auf dem Weg zum freien Markt. Soziale Marktwirtschaft bedeutet aber auch das Abfedern und das Unterstützen in den notwendigen Umstellungsprozessen. Unser Ziel: Die Menschen müssen wieder mehr Milch trinken. Deshalb sind Lösungen erforderlich, die helfen, den Milchabsatz anzukurbeln", erklärten die beiden CDU-Politiker.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Stephan habe daher seit geraumer Zeit veranlasst, dass in seinem Aufgabenbereich von Umwelt, Landwirtschaft oder Naturschutz bei Besprechungen und beim Empfang von Gästen neben Kaffee und üblichen Erfrischungsgetränken auch Milch angeboten werde. "Nicht nur, dass Milch wesentlich preiswerter ist, im Vergleich zu manch anderen Erfrischungsgetränken, sie ist darüber hinaus auch wesentlich gesünder", sagte Stephan.

"Auch wenn sich zwischenzeitlich die CDU-Landtagsfraktion dieser Vorgehensweise angeschlossen hat, ist klar, dass sich damit die akuten Probleme der Milchbauern allein nicht lösen lassen. Dennoch sollte auch andere Behörden, Unternehmen, Schulen diesem Beispiel folgen und ihren Betrag leisten", forderte Wiegel.
Abschließend begrüßte der Agrarpolitiker den jüngsten Vorstoß der hessischen Agrarministerin Silke Lautenschläger, die sich mit Vorschlägen zur Rettung der Milchviehbetriebe an die EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner gewandt hatte. Dazu zählen ein Milchquoten-Stilllegungsprogramm und die Forderung nach einer Aussetzung der bereits beschlossenen EU-Milchquotenerhöhung. Das Maßnahmenpaket bedinge auch, dass Saldierungsmöglichkeiten, also die Verrechnung von Über- und Unterlieferungen, eingeschränkt werden, um die Verringerung des Milchangebots zu erreichen. Darüber hinaus solle der Interventionspreis befristet angehoben werden. Am 7. September werde der EU Agrarministerrat über den Milchmarkt beraten.
 

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