Bei einem Besuch des Arbeitskreises Wissenschaft und Kunst der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag zeigte sich der Arbeitskreisvorsitzende, Rafael Reißer, beeindruckt von der konservatorischen und archivarischen Arbeit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Wiesbaden. Vorstand Helmut Poßmann erläuterte den Gästen eingehend die Arbeit sowie aktuelle Projekte der Stiftung. "Mit über 3.000 Filmen, vor allem aus der Zeit vor 1960, sowie weiteren 3.000 Kurzfilmen bewahrt die Stiftung ein einmaliges Kulturgut für Deutschland. Diese verdienstvolle Aufgabe verdient weiterhin unsere Unterstützung", sagte Reißer.

Die Arbeit bestehe nicht nur in der Erhaltung oder Rekonstruktion von Filmen wie Fritz Langs DIE NIBELUNGEN, sondern auch - als Rechtsnachfolgerin verschiedenster Produktionsfirmen - in der Lizenzverwaltung und -auswertung durch Ausstrahlungen oder Veröffentlichungen. "Die hier für zukünftige Generationen aufbewahrten Filme sind als Zeitdokumente auch Spiegel der jeweiligen politischen und historischen Verhältnisse. Kino und Kinofilm sind besondere Kulturgüter, an die man thematisch anknüpfen oder mit denen man sich ästhetisch auseinandersetzen kann. Darin liegt auch heute ihre Bedeutung", so Reißer.
Ihren Namen erhielt die Stiftung in Erinnerung an den bedeutenden Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931), der mit Filmen wie NOSFERATU (1922), DER LETZTE MANN (1924), TARTÜFF (1925) oder FAUST (1926) dem deutschen Film in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu Weltgeltung verhalf. Bedeutendstes Projekt ist derzeit die Restaurierung des Stummfilmklassikers METROPOLIS, nachdem im vergangenen Jahr seit mehr als 80 Jahren verschollen geglaubtes Material in Buenos Aires wiederentdeckt wurde. Der Film, ebenfalls im Besitz der Stiftung, gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.
 

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