"Der Bologna-Prozess hat eine Vielzahl neuer, innovativer Studiengänge entstehen lassen. Die Möglichkeiten, dabei Studieninhalte neu zu gewichten, anders zu strukturieren und neuen Erfordernissen anzupassen, wurden in Teilen jedoch nur unzureichend genutzt. Diese Kritik nehmen wir ernst", sagte heute in Wiesbaden der hochschulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Rafael Reißer, anlässlich der Debatte im Landtag zum Bologna-Prozess. Lernleistungen, die bislang in Diplom- und Magisterstudiengängen zu erbringen waren, seien oftmals lediglich auf weniger Semester verteilt worden. Die Mobilität der Studenten sei durch zu straffe Studiengänge mit hoher Prüfungsdichte erschwert.

"Die Hauptverantwortung für die Umsetzung dieses Prozesses liegt jedoch bei den Hochschulen. Nie waren sie freier, Strukturen selbst zu prägen und selbst den Weg zu wählen. Das gilt auch und gerade im Hinblick auf den Bologna-Prozess", sagte Reißer. Sie seien nun aufgefordert, durch vereinfachte und generalisierte Anerkennungsverfahren von Studien- und Prüfungsleistungen die Mobilität der Studenten zu erleichtern und Studieninhalte zu überarbeiten, neu zu gewichten sowie der Umfang der Prüfungsleistungen zu reduzieren, um einer zu starken Verschulung von Studiengängen insgesamt entgegenzuwirken. 
"Die Hochschulen müssen die Chancen des Bologna-Prozesses besser nutzen. Das Land hat durch das Studienstrukturprogramm rund 8 Millionen Euro in die Begleitung der Reform investiert. Zudem stehen den Hochschulen im nächsten Jahr mehr als 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung - ein Plus von 400 Millionen Euro in zehn Jahren. Dazu kommen die Programme HEUREKA und LOEWE. Die Rahmenbedingung in Hessen stimmen also", so Reißer.

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