In der heutigen Plenardebatte hat der sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Ralf-Norbert Bartelt, "zentrale Fehlentwicklungen" in der Gesundheitspolitik bemängelt. "Unsere Sorgen gelten vor allem der ambulanten Versorgung der Bevölkerung im ländlichen Raum, der flächendeckenden Versorgung mit Facharztpraxen sowie der Altersstruktur der niedergelassenen Ärzte. Zur Lösung dieser Probleme ist ein enger Dialog mit den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Ärztekammern notwendig", forderte Bartelt.

"Die Konzentration von Spezialisten und damit von Fachwissen in Medizinischen Versorgungszentren kann ein Vorteil für die Patienten sein. Allerdings darf das Bestreben von Krankenhausträgern, in großem Ausmaß Kassenarztsitze zu erwerben, langfristig nicht die Zahl der Praxen mit freiberuflich engagierten Haus- und Fachärzten reduzieren", sagte Bartelt. Er betonte in seiner Rede, der Zusammenschluss von Ärzten zu Medizinischen Versorgungszentren unter Beibehaltung des Status des Freiberuflers könne den Prozessablauf "zum Vorteil der Patienten optimieren". Allerdings könne die Anstellung von Ärzten in einem Ambulatorium auch negative Auswirkungen auf die Qualität, die wohnortnahe Versorgung und das Arzt-Patienten-Verhältnis haben.
Weitere Probleme sah der CDU-Sozialpolitiker in den niedrigen Fallpauschalen: "Die Fallpauschalen sind für das zweite Quartal 2009 bei einigen Facharztgruppen so niedrig, dass die Praxen betriebswirtschaftlich nicht mehr zu führen sind", erläuterte der Sozialpolitiker. Er sehe "Fehler bei der Umverteilung", da "im System eigentlich mehr Geld zur medizinischen Versorgung zur Verfügung steht".
Dringenden Handlungsbedarf sehe Bartelt bei der Alterstruktur der niedergelassenen Ärzte. So sei in Frankfurt kein niedergelassener Arzt unter dreißig Jahre alt, aber rund zwei Drittel über 50 Jahre. Das Problem, so der CDU-Politiker, könne Hessen durch Übernahme eines sächsischen Modellprojektes lösen. Dort würden jungen Medizinstudenten nach dem Staatsexamen Stipendien angeboten, damit sie sich nach dem Studium in strukturschwächeren Gebieten niederlassen. "Hilfreich wären sicherlich auch Imagekampagnen, um junge Mediziner in Deutschland zu halten. Zudem müssen wir  angesichts des hohen Frauenanteils unter approbierten Medizinern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter fördern", betonte Bartelt. "Ich hoffe nach der Bundestagswahl auf eine CDU-FDP-Regierung und somit auf eine Ablösung von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Wir werden die bundespolitischen Rahmenbedingungen für die Praxen verbessern, damit auch künftig junge Ärzte in der eigenen Praxis ihre Zukunft sehen", kündigte der CDU-Politiker abschließend an.

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