Die Zahl der "Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland", die in Hessen beantragt und vergeben werden, ist nach Auffassung des CDU-Landtagsabgeordneten, Dr. Rolf Müller, nach wie vor "zu männerlastig". "Wenn beispielsweise im Jahre 2006 gerade einmal 15,3 Prozent der mit dem Bundesverdienstkreuz Geehrten in Hessen weiblichen Geschlechts waren, dann spiegelt diese Zahl nicht das wahre Bild der ehrenamtlichen Tätigkeiten in unserer Gesellschaft wieder. Wir müssen mehr Bundesverdienstkreuze an Frauen verleihen", forderte Müller, der auch Präsident des Landessportbundes Hessen ist.

An diesem Missverhältnis ändere auch die leicht besseren Ergebnisse der Jahre 2007 (30,9 Prozent) und 2008 (29,2 Prozent) nur wenig. Der Parlamentarier appellierte an Vereine, Gesellschaften, Institutionen, kommunale Wahlbeamte, aber auch an die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, bei zukünftigen Ehrungsvorschlägen in höherem Umfang auch Frauen zu berücksichtigen. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass beispielsweise die vornehmlich männlichen Vereinsvorsitzenden überwiegend ihre "Geschlechtsgenossen" bei der Ehrung bevorzugten.
"Wir müssen sicher auch selbstkritisch zugeben, dass die Zahl der Frauen in den Entscheidungsgremien der meisten Vereine und Verbände gemessen an den Mitgliederzahlen häufig unterrepräsentiert seien." Rolf Müller sprach sich dafür aus, intensiver und offensiver für die Verleihung von öffentlichen und staatlichen Ehrungen an Frauen zu werben als bisher.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag