Der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Rolf Müller hat sich dafür ausgesprochen, in einem ersten Schritt ein "virtuelles Haus der Hessischen Geschichte" nach bayrischem Vorbild zu errichten. Angesichts der schwierigen finanziellen Situation des Landes sei es notwendig, sich zunächst auf ein Konzept zu konzentrieren, das den Haushalt nicht überfordere. "Das Haus der Hessischen Geschichte muss kein fester Ort, es muss kein Museum im klassischen Sinne sein", sagte das Mitglied des Wissenschaft- und Kunst-Ausschusses.

Es sei angesichts der identitätsstiftenden Bedeutung von Geschichte wichtig, dass das geplante "Haus der Hessischen Geschichte" möglichst viele Menschen erreiche. Daher biete sich das Internet als Medium geradezu an. "Ergänzend zu der virtuellen Darstellung hessischer Geschichte könnten Landesausstellungen mit wechselnden Schwerpunktthemen an wechselnden Orten historische Ereignisse und Personen anschaulich machen", sagte Müller. Erfahrungen in Bayern belegten den Erfolg dieser Konzeption und zeigten darüber hinaus, dass sich diese "Landesausstellungen" als wichtige Wirtschaftsfaktoren erwiesen hätten. 
"Bei jeder Ausstellung verzeichnet die Internetseite des "Hauses der Bayrischen Geschichte" mehr als eine Millionen Zugriffe", betonte der CDU-Landtagsabgeordnete. Diese imponierenden Zahlen belegten das große Interesse an Landesgeschichte. Die CDU-Landtagsfraktion erhoffe sich von der öffentlichen Anhörung im Januar 2010 wertvolle Anregungen der Experten zur Konzeption eines "Hauses der Geschichte" und zu der Frage, welchen Zeitraum dieses "Museum" in seiner Darstellung umfassen solle. Dabei sei es sowohl denkbar, dass man im engeren Sinne das 1946 neu entstandene Bundesland Hessen zum Inhalt nehme, als auch eine weiter gefasste hessische Geschichte seit der Römerzeit.

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