• Attraktivität der beruflichen Bildung stetig steigern

  • System der dualen Berufsausbildung ist ein Erfolgsmodell

  • Mindestausbildungsvergütung stellt absolute Untergrenze für die Vergütung von Auszubildenden dar - Tarifverträge haben oberhalb des gesetzlichen Mindeststandards weiter Vorrang

Am 15. Mai 2019 hat das Bundeskabinett die Mindestausbildungsvergütung für Azubis beschlossen. Demnach erhalten Auszubildende ab 2020 im ersten Lehrjahr 515 Euro im Monat. Dieser Basiswert soll mit den Jahren weiter ansteigen. Dazu erklärte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Sabine Bächle-Scholz:

„Seit 1969 wird die Berufsausbildung in Deutschland durch das Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt. Dieses legt die Rahmenbedingungen der Ausbildung fest und definiert die Ausbildungsform als ‚Duales System‘. Durch das Gesetz wird garantiert, dass die Ausbildungen zu staatlich anerkannten Abschlüssen führen und nach verbindlichen Ausbildungsordnungen durchgeführt werden. Das BBiG regelt auch die Zahlung einer Ausbildungsvergütung. Die Höhe dieser Vergütung wird in der jeweiligen Branche durch Tarifverträge vereinbart und kann regionale Unterschiede aufweisen.

Das Berufsbildungsgesetz hat sich darüber hinaus im Laufe der Jahre bewährt – dies hat eine Evaluation des BBiG aus dem Jahr 2016 bestätigt. Das System der dualen Berufsausbildung in Deutschland ist ein Erfolgsmodell, das immer stärker über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus auf Interesse stößt. Es ist ein Grund dafür, dass Deutschland die niedrigste Jugendarbeitslosenquote in Europa aufweist.
Ungeachtet dessen, gilt es für die berufliche Bildung und damit auch für das BBiG auf wichtige Trends und Entwicklungen seit der letzten Novelle (im Jahr 2005) einzugehen und somit den rechtlichen Rahmen für die weltweit geschätzte duale Berufsausbildung in Deutschland fit für die Zukunft aufzustellen. Auf der Grundlage des Koalitionsvertrages setzt die Bundesregierung dabei folgende Schwerpunkte: Die Einführung einer ausbalancierten und unbürokratischen Mindestvergütung für Auszubildende im BBiG, die Stärkung und Weiterentwicklung der ‚höherqualifizierenden‘ Berufsbildung mit transparenten beruflichen Fortbildungsstufen sowie mit eigenständigen und attraktiven Abschlussbezeichnungen. Hinzu kommen die Verbesserung der Durchlässigkeit auch innerhalb der beruflichen Bildung und die Optimierung der Rahmenbedingungen des BBiG – insbesondere für rechtsbeständige und hochwertige Prüfungen – sowie für ein attraktives Ehrenamt.

Folglich soll mit der Mindestausbildungsvergütung eine absolute Untergrenze für die Bezahlung von Auszubildenden geschaffen werden. Damit werden Auszubildende vor Vergütungen geschützt, die flächendeckend und branchenübergreifend sozial-, bildungs- und wirtschaftspolitisch nicht mehr als angemessen angesehen werden können. Oberhalb des gesetzlichen Mindeststandards bleibt es Sache der Tarifpartner, nach Branchen und Regionen differenzierte und angemessene Ausbildungsvergütungen zu vereinbaren.“

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Ansprechpartnerin

Sabine Bächle-Scholz

+49 611 350692
s.baechle-scholz@ltg.hessen.de