„Äußerst zufrieden und mit vielen neuen Informationen und Erkenntnissen bereichert“, zeigte sich der Europapolitische Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Tobias Utter, am Rande der traditionellen zweitägigen Sommerreise des Arbeitskreises Europa der CDU-Landtagsfraktion. „Wir haben uns in diesem Jahr dazu entschieden, vor Ort ganz verschiedene Projekte und Maßnahmen zu begutachten, die mit Hilfe von europäischen Fördermitteln unterstützt und umgesetzt wurden. Wir wollten am konkreten Beispiel sehen, wo mit europäischen Geldern hier in Hessen Gutes geleistet wird“, so Utter.
 
Zu Beginn der Reise informierte sich der Arbeitskreis bei der Geisenheim University über deren internationale und europäische Ausrichtung und Kooperationsmodelle. Utter: „Die Uni Geisenheim ist ein Musterbeispiel für europäische Integration und Kooperation. 10 Prozent Studenten aus dem Ausland, ein internationaler Studiengang in Kooperation mit fünf Universitäten in fünf europäischen Ländern. 93 Kooperationen mit Institutionen in 40 Ländern, internationale Promotionen – hier wird Europa gelebt und verwirklicht. Es ist richtig, dass die EU zum Beispiel mit dem ERASMUS+-Programm einen Schwerpunkt auf dem Austausch von gerade jungen Menschen zwischen den Ländern legt und internationale Kooperationsmodelle besonders fördert. Davon profitiert auch die Hochschule in Geisenheim.“
 
Im Anschluss besuchte der Arbeitskreis die QUIT-Qualifizierungsoffensive in Groß-Gerau. Hier werden kleine und mittelständische Unternehmen beraten, wie Mitarbeiter optimal weitergebildet werden. Sowohl die Beratung als auch die anschließende Weiterbildung werden von der Europäischen Union gestützt. „Wir müssen die Menschen optimal aus- und weiterbilden, wenn wir unseren Wohlstand erhalten und ausbauen wollen. Die Qualifizierungsoffensive leistet dazu einen Beitrag. Dass die EU mit den Qualifizierungschecks in vielen Fällen die Hälfte der Kosten für die Weiterbildung der Mitarbeiter übernimmt, zeigt die große Bedeutung, die der beruflichen Weiterbildung auch in Brüssel eingeräumt wird. Wir müssen aber noch daran arbeiten, diese Programme unbürokratischer und leichter handhabbar zu machen“, so Utter.
 
Danach informierte sich der AK Europa der hessischen CDU-Landtagsfraktion am Standort im Industriepark Höchst über die Arbeit der Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH. Utter, zeigte sich beeindruckt von der Vielfältigkeit und Modernität am Provadis Campus. „Die Ausbildung von Fachkräften - gerade für die Industrie - ist von höchster Bedeutung für die Entwicklung und den Wohlstand der gesamten Region. Die Provadis spielt hierfür eine bedeutende Rolle. So froh wir sind, den Industriepark mit seiner Wertschöpfung und seinen über 20.000 Arbeitsplätzen hier in Hessen zu haben, so wertvoll ist uns auch die Provadis, die mit großer Praxisnähe junge Leute aus- und Fachkräfte weiterbildet. Damit wird eine nachhaltige Entwicklung in Höchst wesentlich unterstützt. Es ist toll, wie hier jungen Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten eine Perspektive geboten wird. Ohne Mittel der EU wären auch hier viele Projekte nicht umsetzbar. Dies relativiert zumindest teilweise die oft auch berechtigte Kritik an vielen Auflagen und Regelungen und an der Bürokratie, die die EU vorgibt.“
 
Zum Abschluss des ersten Reisetages besuchte der Arbeitskreis die Kläranlage in Dietzenbach. Mit dem Einsatz von über 143.000 Euro aus dem Europäischen Strukturfonds wurde hier eine Microturbine zur Gewinnung von Strom und Wärme aus Klärgas installiert. „Hier hat Europa geholfen, die Abwasserbehandlung moderner und effizienter auszugestalten. Wir wollten sehen, dass auch innovative investive Maßnahmen mit EU-Geldern umsetzbar sind. Die neue Gasturbine ist gut für die Umwelt und nahezu Schadstofffrei. Ohne die EU-Mittel, mit denen das Projekt zur Hälfte finanziert wurde, wäre eine solche moderne Nutzung der Klärgase am Standort nicht möglich“, erklärte Utter.
 
Der zweite Reisetag begann mit einem Besuch bei den Schottener Sozialen Diensten in Schotten, die ein breites Angebot sozialer Dienstleistungen bereitstellen. Der Schwerpunkt des Besuchs lag dabei bei den Angeboten zur Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung. „Es war beeindruckend zu sehen, wie intensiv Menschen mit Behinderung und ganz unterschiedlichen Bedürfnissen hier unterstützt und gefördert werden. Die Schottener Sozialen Dienste bieten dabei ein tolles Paket von Wohnheimen über betreute Wohnformen über ganz vielfältige Möglichkeiten, Menschen mit Behinderung entweder selbst in den Werkstätten zu beschäftigen oder an eine reguläre Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt heranzuführen und die Menschen dabei zu betreuen. Hier wird unglaublich wichtige Arbeit geleistet, die die EU zu recht unterstützt“, so Utter.
 
Über die Arbeit mit Strafgefangenen ließ sich der Arbeitskreis beim Diakonischen Werk Wetterau in Friedberg informieren. Die Diakonie berät und unterstützt mit Hilfe von EU-Fördermitteln Straffällige auf ihrem Weg zurück in die Gesellschaft. „Gerade für langjährige Häftlinge ist es sicher schwer, wieder zurück in ein ‚normales‘ Leben zu finden. Sie auf diesem Weg zu begleiten, ist sicher nicht immer leicht, aber dringend notwendig. Die Diakonie Wetterau leistet hier wertvolle Arbeit. Es ist gut für unsere Gesellschaft, wenn die EU dabei hilft, diesen Menschen durch ganz praktische Hilfe die Rückkehr in die Gesellschaft zu ermöglichen“, erklärte Utter.
 
Zum Ende der Reise besuchte der Arbeitskreis noch die Jugend- und Drogenberatung Weilburg e.V.. Hier wird Menschen mit Suchtproblemen geholfen, „clean“ zu werden und sich nach schweren Suchtproblemen wieder an ein „normales Leben“ zu gewöhnen. Utter: „Die Arbeit von Ossi Schneider und seinem Team ist bemerkenswert. Hier erfahren die Menschen mit Suchtproblemen Unterstützung und Führung. Ihnen wird ein geregelter Tagesablauf, Arbeit und Beratung angeboten. Wir brauchen solche Projekte, weil wir die Menschen mit ihren Problemen nicht aufgeben wollen und dürfen. Dabei braucht es kreative Wege der Finanzierung. Ich bin froh, dass die EU hier auch einen Beitrag leistet, solche Resozialisierungsprojekte möglich zu machen.“
 
Abschließend stellte Utter fest: „Wir sehen, dass EU-Mittel überall in Hessen helfen, gute und wichtige Dinge umzusetzen. Viele der guten Maßnahmen, die wir in den zwei Reisetagen gesehen haben, wären ohne Geld aus Brüssel nicht umsetzbar. Wir dürfen bei aller Kritik an einer Über-Regulierung und Über-Bürokratisierung nicht vergessen, dass uns die EU auch riesige Vorteile bringt. Einige dieser Vorteile konnten wir direkt vor Ort besichtigen. Das war lehrreich und spannend. Es hat vor allem die Augen geöffnet, in welch unterschiedlichen Lebensbereichen schon heute eine europäische Komponente eine wichtige Rolle spielt.“
 
 

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Ansprechpartner

Tobias Utter

Europapolitischer Sprecher,
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