Max Schad, CDU-Landtagsabgeordneter und Mitglied im Sozialausschuss, sagte in der Landtagsdebatte zum AWO-Skandal:

„Die Arbeiterwohlfahrt, kurz AWO, steht als Sozialverband seit über 100 Jahren für Hilfe für Hilfsbedürftige und gelebte Nächstenliebe. Umso schlimmer ist es, dass sich jetzt viele, die ehren- und hauptamtlich in den Seniorenheimen, den Kitas oder den Beratungsstellen tadellose und wichtige Arbeit leisten und ihren Mitmenschen helfen, für die Spitzenfunktionäre der eigenen Organisation schämen müssen. Diese haben sich in Frankfurt und in Wiesbaden raffgierig die eigenen Taschen voll gemacht. Überdimensionale Dienstkarossen und Luxus vom Feinsten auf der einen Seite und Menschen, die sich den Platz im Seniorenheim mit dem letzten Groschen gerade so leisten können oder in den Einrichtungen für einen dünnen Lohn arbeiten müssen – das passt einfach nicht zusammen.

Es liegt daher an der AWO-Spitze selbst, reinen Tisch zu machen. Während sich die AWO zumindest der Realität stellt und Aufklärung betreibt, ducken sich die im Skandal verstrickten SPD-Verantwortlichen weg, die die AWO zum Selbstbedienungsladen mancher Genossen mitentwickelt haben.

Die SPD, die sich sonst immer zum Chef-Aufklärer aufschwingt, bleibt plötzlich ganz still. Und noch schlimmer: Sie sieht sich – gerade in Person des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann – sogar als Opfer einer Kampagne. Dabei sind es die Genossen, die bei dieser Aufklärung eine ganz besondere Verantwortung haben. Denn wer sonst mit Gerechtigkeitsslogans in Wahlkämpfe zieht, dem kann es jetzt nicht egal sein, wenn wegen der eigenen Selbstbedienungsmentalität die AWO in eine schwere Krise gestürzt ist. Bisher fehlt es – insbesondere im Frankfurter Bürgermeisterbüro – am ernsthaften Aufklärungswillen, der so wichtig wäre, weil nur so die AWO verspieltes Vertrauen in der Öffentlichkeit wiedererlangen kann.“

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Ansprechpartner