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Schulvielfalt statt Einheitsschule

Die beiden tragenden Säulen der Schulvielfalt und Wahlfreiheit bilden das Leitbild einer leistungsfähigen und zukunftsweisenden christlich-demokratischen Bildungspolitik im 21. Jahrhundert. Sie sind Garant dafür, dass Kinder entsprechend ihren unterschiedlichen Begabungen auch unterschiedlich gefördert und gefordert werden. Die von politischen Mitbewerbern geforderte Einheitsschule für alle Kinder vom Gymnasiasten bis zum Förderschüler würde dagegen einen dramatischen Niveauverlust an guter Bildung bedeuten, weil sie die unterschiedlichen Schülerbegabungen, d. h. schwächere als auch stärkere Schüler, sowohl unter- als auch überfordert. Unterschiedliche Talente, Neigungen und Begabungen, aber auch unterschiedliche Defizite, Lernziele und Förderansprüche erfordern zwangsläufig unterschiedliche Schulformen mit differenzierten Bildungszielen, Lehrplänen, Stundentafeln und Abschlussmöglichkeiten. Mit dem Bekenntnis zur Mehrgliedrigkeit befinden wir uns als CDU-Fraktion auch in Übereinklang mit allen wissenschaftlichen Befunden. So gelangte beispielsweise eine umfassende Studie des Max-Planck-Institutes für Bildungsforschung auf der Grundlage einer Untersuchung der Bildungsverläufe von 9.000 Schülern aller Schulformen in den Jahren 1991 bis 2001 zu dem Ergebnis, dass nicht nur Gymnasiasten, sondern auch Realschüler von der frühen, mit dem 5. Jahrgang einsetzenden Differenzierung nach Schulformen profitieren. Am Ende des 10. Jahrgangs haben sie gegenüber gleich begabten Gesamtschülern „einen Wissensvorsprung von etwa zwei Schuljahren“. Gymnasiasten haben gegenüber gleichbegabten Gesamtschülern sogar einen Wissensvorsprung „von mehr als zwei Schuljahren“. Dieser Abstand bleibt bis zum Ende des 13. Jahrgangs bestehen.

Bildungspolitik hat für uns die erste Priorität

Eine gute Bildungspolitik ist die beste Investition in die Zukunft unseres Landes. Die CDU-Landtagsfraktion sorgt deshalb dafür, dass die Bildungsausgaben des Landes kontinuierlich steigen: Allein im Jahr 2016 investiert Hessen 4,86 Milliarden Euro (einschließlich Versorgungs- und Verrechnungsausgaben) in seine Schulen. Im Vergleich zur letzten SPD-geführten Landesregierung im Jahr 1999 wurde der Bildungsetat durch die CDU um 56 Prozent erhöht – ein bundesweiter Rekordweit. In keinem anderen deutschen Flächenland sind die Pro-Kopf-Ausgaben für Bildung höher als in Hessen. Dies drückt sich auch im massiven Zuwachs an Lehrerstellen aus: Seit 1999 wurden durch die CDU-Fraktion knapp 8.000 zusätzliche Lehrerstellen – darunter alleine 800 im laufenden Haushaltsjahr - und 1.600 zusätzliche Referendarstellen geschaffen. Jede Woche wird an den hessischen Schulen rund 200.000 Stunden mehr Unterricht erteilt als zu Zeiten des letzten SPD-Kultusministers. Mit der 105-prozentigen Lehrerversorgung im Landesdurchschnitt hat Hessen in den zurückliegenden Jahren einen bundesweit einzigartigen Höchststand an personellen Ressourcen als Voraussetzung für kleine Klassen und guten Unterricht geschaffen und stetig weiter ausgebaut. Gleichwohl setzt die hessische Landesregierung ihre Anstrengungen um die beste Bildung für die kommenden Generationen weiter fort und belässt daher als einziges Bundesland die demographische Rendite vollständig im System.

Qualität statt Quote – Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung

Gute Bildung für alle Menschen in unserem Land ist nicht gleichbedeutend mit der Notwendigkeit eines akademischen Abschlusses für alle. Eine wirklich soziale Bildungspolitik schafft nicht die Voraussetzungen für formale Abschlüsse, sondern für praktische Qualifikationen zur Bewältigung des Berufs- und Lebensalltages sowie für berufliche und private Lebensperspektiven. Die von der Opposition bisweilen praktizierte Diffamierung von Haupt-, Real- und Berufsschülern als „Absteiger“ wird daher weder den Verdiensten und dem Engagement der zahlreichen jungen Menschen ohne Abitur, noch deren herausragendem Beitrag zu Wachstum und Wohlstand in Hessen und Deutschland gerecht. Ein solider Haupt- oder Realschulabschluss ist nach wie vor die Voraussetzung für eine gute Ausbildung in den Betrieben. Die duale Ausbildung an den beruflichen Schulen und in den Betrieben ist zudem seit Jahrzehnten ein zuverlässiger Garant für qualifizierte Fachkräfte und damit für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Hessens und der Bundesrepublik. Während die europäischen Partnerländer mit hohen Abiturientenquoten und Einheitsschulsystemen zugleich mit Arbeitslosenquoten bei Jugendlichen von zum Teil über 50 Prozent zu kämpfen haben, weist Deutschland als Folge seines differenzierten und begabungsgerechten Bildungssystems mit einer Jugendarbeitslosigkeit von rund sieben Prozent den niedrigsten Wert aller 28 EU-Staaten auf – als Christdemokraten ziehen wir daher dieses bewährte Modell ausdrücklich vor.

Ausbau freiwilliger Ganztagsangebote

Unser Ziel ist es, jedem Schüler beziehungsweise allen Eltern, die dies wollen, ein Ganztagsangebot zu bieten. Deshalb haben wir dafür gesorgt, dass die Zahl der Ganztagsangebote im Ganztagsschulprogramm des Landes von 138 im Schuljahr 2001/2002 auf mehr als 1000 im Schuljahr 2015/16 ausgebaut worden ist. Rund 2000 Stellen für Lehrkräfte und pädagogisches Personal werden hierfür zur Verfügung gestellt. Gemäß dem Prinzip der Wahlfreiheit als tragender Säule christdemokratischer Bildungspolitik setzt die CDU Hessen auch bei den Ganztagsangeboten auf das Prinzip der Freiwilligkeit und der Auswahl aus mehreren Angebotsoptionen. Im Rahmen der drei Profile der Pädagogischen Mittagsbetreuung, der offenen sowie der gebundenen Ganztagsangebote können Eltern selbständig eine Entscheidung darüber treffen, ob ihre Kinder an allen fünf Wochentagen über den gesamten Nachmittag hindurch an der Schule betreut werden sollen oder lediglich zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Tagen.

Pakt für den Nachmittag

Mit dem „Pakt für den Nachmittag“ werden die bestehenden Ganztagsangebote ganz im Sinne der Prinzipien der Angebotsvielfalt, Wahlfreiheit und Bedarfsorientierung weiter ausgebaut und eine flächendeckende Ausweitung der Bildungs- und Betreuungsangebote für alle Grundschulkinder in Hessen umgesetzt. Gemeinsam mit den Kommunen und in enger Kooperation mit den bereits bestehenden Trägern bewährter Angebote vor Ort (Horte, Kommunen, Vereine, Elterninitiativen) stellen CDU und Grüne dabei ein freiwilliges Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr sicher. Nach dem Auftakt in sechs Pilotregionen werden sich zum kommenden Schuljahr dank der hohen Attraktivität des Programmes bereits 19 der insgesamt 31 Schulträger in Hessen an dem Pakt für den Nachmittag beteiligen. Rund 230 Stellen werden dafür alleine im Schuljahr 2016/17 zusätzlich zur Verfügung gestellt.

Verlässliche Schule

Unsere Schüler haben ein Recht darauf, verlässlich guten Unterricht zu erhalten. Eltern sind daran interessiert, sich auf Schulzeiten ihrer Kinder verlassen zu können. Deshalb hat Hessen als erstes Land bundesweit das Projekt der „Unterrichtsgarantie Plus – für eine Verlässliche Schule" gestartet. Damit sind Schulzeiten von der ersten bis zur sechsten Stunde in den Klassen eins bis zehn garantiert. Wir sind damit zum Vorbild für andere Bundesländer geworden. Durch die 105-prozentige Lehrerversorgung Hessen gehört der strukturelle Unterrichtsausfall in Hessen im Gegensatz zu den meisten Bundesländern längst der Vergangenheit an. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Bundesländern hat Hessen überdies die befristeten Verträge für Lehrkräfte auf das unerlässliche Mindestmaß begrenzt und vermeidet dadurch eine unzumutbar hohe Aufeinanderfolge befristeter Arbeitsverhältnisse. Mit der Mobilen Vertretungsreserve steht dabei ein Instrument zur Verfügung, das einen Teil des Vertretungsbedarfs durch beamtete Lehrkräfte abdeckt und eine sinkende Zahl an Vertretungsverträgen zur Folge hat. Bei diesem Modell stellen vollständig ausbildete Lehrkräfte im Beamtenverhältnis auf Probe die qualitativ hochwertige Sicherung von Unterrichtsqualität in Vertretungsfällen sicher. Nach einer dreijährigen Übernahme von Vertretungsaufgaben an maximal drei Schulen wird ihnen in der Folge eine Unterrichtstätigkeit an einer fest zugeordneten Schule garantiert. Dieses bundesweit einzigartige Instrumentarium wurde auf Initiative der CDU-geführten Landesregierung um 150 Stellen auf 300 Stellen verdoppelt.

Bildungs- und Erziehungsplan

Seit Beginn des Schuljahres 2008/9 wird der hessische Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder von null bis zehn Jahren implementiert. Dieser Plan nimmt bundesweit erstmals die gesamte frühkindliche und kindliche Entwicklung in den Blick. Er ist eine Handreichung sowohl für Eltern und Tagesmütter als auch für Kindergärten und Grundschulen, um eine bessere Abstimmung zwischen allen Beteiligten im Sinne einer bestmöglichen Entwicklungsförderung der Kinder – ihrer individuellen Stärken und Fähigkeiten – zu ermöglichen.

Grundschulen – Kurze Beine, kurze Wege

Die Startbedingungen in den ersten vier Schuljahren sind entscheidend für die Verbesserung der Entwicklungschancen und schulischen Perspektiven der Kinder. Alle Kinder sollen daher von Anfang an die besten Bildungsmöglichkeiten erhalten, indem die Talente und Fähigkeiten junger Menschen im Zusammenspiel von Schule, Eltern und Lehrern frühzeitig erkannt, gefördert und fortentwickelt werden. Dass Hessen mit durchschnittlich 19,8 Schülern pro Klasse die kleinsten Grundschulklassen aller westdeutschen Bundesländer vorweisen kann, unterstreicht den hohen Stellenwert, den die CDU-geführte Landesregierung einer optimalen Förderung der Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Schullaufbahn beimisst. Der Rückgang der Schülerzahlen wird die Grundschulen in einigen Regionen zweifelsohne vor große Herausforderungen stellen, die es gemeinsam zu bewältigen gilt. Die CDU-geführte Landesregierung wird dabei auch weiterhin an dem bewährten Grundsatz ‚Kurze Beine, kurze Wege‘ festhalten und sich für den Erhalt kleiner Grundschulen einsetzen.

Hauptschülern Perspektiven geben

Mit der Umsetzung des in der erfolgreichen Tradition der SchuB-Klassen stehenden Projektes „PuSch“ (Praxis und Schule) trägt die CDU-geführte Landesregierung maßgeblich dazu bei, besonders förderbedürftigen Jugendlichen zu mehr Selbstbewusstsein und neuer Motivation zu verhelfen und ihnen durch die Ausschöpfung ihrer Potentiale die erforderliche Ausbildungsreife und somit eine berufliche und persönliche Lebensperspektive zu eröffnen. Das auf Initiative der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag im Schuljahr 2004/05 implementierte Programm „SchuB“ (Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb) hat jährlich über 2000 hessischen Hauptschülern an 64 Schulstandorten durch eine gezielte Verbindung von Schul- und Betriebstagen und den Erwerb berufspraktischer Erfahrungen in Ausbildungsbetrieben zu ausgezeichneten Berufs- und Lebensperspektiven verholfen. Rund 80 Prozent der teilnehmenden Jugendlichen konnten im Verlauf der Förderung erfolgreich einen Hauptschulabschluss erwerben, etwa ein Drittel erhielt bereits im Verlauf der Maßnahme eine verbindliche Zusage für einen Ausbildungsplatz. Nach dem Auslaufen der projektgebundenen Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zum Schuljahr 2013/14 hat die Landesregierung eine Weiterführung der Initiative in vollem Umfang sichergestellt und in das Nachfolgeprojekt „PuSch“ die bewährten pädagogischen Kernelemente wie kleine Lerngruppen, projektorientierten Unterricht, Praxistage in Betrieben und sozialpädagogische Begleitung integriert. Dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss (bezogen auf alle Schulentlassenen aus allgemeinbildenden Schulen) in Hessen in den zurückliegenden zehn Jahren um fast zwei Drittel auf einen historischen Tiefstand von 2,6 Prozent gesenkt werden konnte, ist dabei maßgeblich auf diese Initiative zurückzuführen. Die CDU-Fraktion und die von ihr getragene Landesregierung nehmen sich folglich mit großer Fürsorge und hoher Verantwortung der abschlussgefährdeten und besonders förderbedürftigen Schülerinnen und Schüler an. Als besondere Fördermaßnahme für versetzungsgefährdete Haupt- und Realschüler hat die CDU-Landtagsfraktion zudem so genannte Osterferiencamps eingeführt, in denen Schüler freiwillig und in einer angenehmen Lernatmosphäre ihre Kenntnisse in den Kernfächern verbessern. Die Erfolgsquote (Versetzungsquote) liegt bereits heute bei 80 bis 90 Prozent.

Landesweite Grund-, Haupt-, Realschul- und Abiturprüfungen

Im Interesse einer größeren Verbindlichkeit und Vergleichbarkeit von Schul- und Schülerleistungen hat das Land mit Unterstützung der CDU-Landtagsfraktion für landesweite Prüfungen an Grund-, Haupt- und Realschulen gesorgt. Lehrer, Eltern und Schüler erfahren somit frühzeitiger als bisher den jeweiligen Leistungsstand und können gemeinsam Formen der Verbesserung erarbeiten. Die landesweiten Haupt- und Realschulabschlussprüfungen zeigen bereits Verbesserungen beim Notendurchschnitt. Auch das Landesabitur hat sich als erfolgreich erwiesen, denn es fördert mehr Verbindlichkeit und Vergleichbarkeit der gelehrten Unterrichtsinhalte.

Gymnasiale Wahlfreiheit

Ebenso wie die meisten anderen deutschen Bundesländer hat auch Hessen in den Jahren 2004 bis 2007 den verkürzten Bildungsgang G8 eingeführt. Die achtjährige Gymnasialdauer wurde und wird dabei von einigen Eltern und Schülern unter Verweis auf internationale Standards, das höhere Leistungsniveau und die verbesserten beruflichen Perspektiven als vorteilhaftes Modell erachtet. Unabhängig davon wurde jedoch im Hinblick auf den Wunsch anderer Eltern und Schüler nach größeren zeitlichen Freiräumen für außerschulische Aktivitäten, eine umfassendere und intensivere Vermittlung von Lerninhalten und mehr Zeit für die Persönlichkeitsentwicklung immer wieder auch der Wunsch nach einer Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 geäußert. Diesem Umstand hat die CDU-geführte Landesregierung entsprochen, indem die Entscheidung über G8 oder G9 im Gegensatz zu anderen Bundesländern in Hessen nicht staatlich oktroyiert, sondern dem ausschließlichen Ermessen der aus Schulleitung, Lehrern, Eltern- und Schülervertretung zusammengesetzten Schulkonferenz anheimgestellt wird. Die Entscheidung steht folglich ganz in der Kontinuität einer auf Wahlfreiheit und Schulvielfalt begründeten christdemokratischen Bildungspolitik sowie einer Schulpolitik mit Augenmaß, die verantwortungsvoll und zukunftsgerichtet auf die Entwicklungen in der hessischen Schullandschaft und die Bedürfnisse von Schülern, Eltern und Schulen reagiert.

Schulische Selbstständigkeit

Die auf Initiative der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag erfolgte Einführung der Selbständigen Schulen und die damit einhergehenden Gestaltungsmöglichkeiten in den Bereichen Personal, Organisation, Budget und Unterricht haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die teilnehmenden Schulen ihre Unterrichtsorganisation und ihren Schulbetrieb stärker auf die Bedürfnisse ihrer Schüler abstimmen und den regional unterschiedlichen Strukturen und Bedingungen vermehrt Rechnung tragen können. Die schulische Qualitätsentwicklung wird durch diese Zuweisung der Entscheidungskompetenzen an die mit der jeweiligen Situation der Schule am besten vertrauten Verantwortlichen vor Ort nachhaltig verbessert. Über die mehr als 1.100 Schulen im Kleinen Schulbudget hinaus sind mittlerweile 39 allgemeinbildende Schulen aller Schulformen (SES) und 36 berufliche Schulen (SBS) als Selbständige Schulen mit Großem Schulbudget ausgewiesen und können dadurch über ihre freien Personalmittel eigenverantwortlich verfügen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Stellengewinne aus nicht geteilten Klassen, den Zuschlag zur 100-Prozent-Zuweisung oder nicht besetzte Lehrerstellen. Selbstständige Schulen können zudem Verträge für zusätzliches Personal für pädagogische Tätigkeiten oder Aufgaben im Assistenzbereich abschließen. Drei Selbständige Berufliche Schulen haben zudem mit Beginn des Schuljahres 2013/14 von der im Hessischen Schulgesetz (§ 127e) erstmals eingeräumten Möglichkeit Gebrauch gemacht, als „Rechtlich Selbständige Berufliche Schulen“ in rechtsfähige Anstalten des öffentlichen Rechts umgewandelt zu werden. Durch ein gemeinsames Budget von Schulträger- und Landesmitteln sowie die Ermächtigung zum Abschluss von Rechtsgeschäften, beispielsweise im Verhältnis zu den kommunalen Schulträgern, soll ihnen dadurch eine noch größere Handlungsflexibilität ermöglicht werden. Dieser sukzessive Ausbau der Rechtsfähigkeit von Schule soll auch künftig weiter fortgesetzt und die Umwandlung weiterer beruflicher Schulen auf der Grundlage freiwilliger Entscheidungen entsprechend unterstützt werden.

Weiterbildung

Angesichts des rasanten gesellschaftlichen Wandels stellen Arbeitsmarkt und Lebensalltag besondere Anforderungen an hinreichende und qualitativ hochwertige Angebote zur Fort-, Aus- und Weiterbildung, so dass die CDU-Landtagsfraktion frühzeitig einen Ausbau der Förderung der anerkannten Anbieter von Weiterbildungsangeboten forciert hat. Zum Zweck einer institutionalisierten Vernetzung und systematischen Koordination der regionalen Weiterbildungsangebote wurde zudem im Jahr 2007 das Projekt HESSENCAMPUS ins Leben gerufen. Im Verbund von im Wesentlichen Volkshochschulen, beruflichen Schulen und Schulen für Erwachsene werden die regionalen Lerninfrastrukturen miteinander verknüpft, die vorhandenen Ressourcen synergetisch effizienter genutzt und die Bildungsangebote den Herausforderungen des demographischen und gesellschaftlichen Wandels angepasst. In die Aufbauförderung für die Initiative HESSENCAMPUS zur regionalen Vernetzung von im Kern öffentlichen Weiterbildungseinrichtungen wurden insgesamt bis Ende 2014 ca. 12 Millionen Euro zusätzlich in die Weiterbildung in Hessen investiert. Durch die Zuweisung von jeweils einer halben Lehrerstelle über das Budget der beruflichen Schulen an die einzelnen regionalen Verbünde des HESSENCAMPUS konnte die bisherige Aufbauförderung sukzessive durch die zwischen Land und Kommunen vereinbarten regionalen Kooperationsvereinbarungen im Kern in eine dauerhafte institutionalisierte Förderung überführt werden. Ein Pakt für Weiterbildung mit den freien und öffentlichen Trägern soll die zweckgebundenen Mittel für konkrete Weiterbildungsleistungen künftig erhöhen und die Aufgaben entsprechend neu definieren.

Erhalt der Förderschulen und behutsamer Ausbau der Inklusion

Hessen verfügt über ein weithin anerkanntes Förderschulsystem, das unterschiedlichsten Formen von Behinderungen und Beeinträchtigungen dank der hochspezialisierten Betreuung durch qualifizierte Förderschulkräfte in einem den besonderen Bedürfnissen der Kinder angemessenen Umfeld am besten gerecht werden kann. Bei allen Anstrengungen zum behutsamen Ausbau der inklusiven Beschulung in einem pädagogisch verantwortbaren Rahmen stößt die Inklusion gleichwohl in bestimmten Fällen an pädagogische Grenzen, so dass die Aufrechterhaltung der Förderschulen als zweiter Säule der Beschulung von Schülern mit Behinderungen und Beeinträchtigungen nach Auffassung der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag weiterhin unerlässlich bleibt. Auch die bisweilen verfälscht wiedergegebene UN-Konvention über die Rechte von Menschen von Behinderungen fordert in diesem Sinne ausdrücklich individuell angepasste Unterstützermaßnahmen in einem Umfeld, das die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung gestattet. Den Herausforderungen der Inklusion kann daher nur mit einer differenzierten Vorgehensweise begegnet werden, die einen Interessensausgleich zwischen allen Betroffenen - Schülern, Eltern und Lehrern - herbeiführt. Im Zentrum der Fragestellung nach der angemessenen Beschulung von Kindern mit Behinderungen muss dabei stets das Wohl des einzelnen Kindes stehen, denn nur durch eine sorgfältige und differenzierte Betrachtung eines jeden Einzelfalles kann den besonderen Bedürfnissen und Förderbedarfen der betroffenen Schülerinnen und Schüler hinreichend Rechnung getragen werden. Die in ihren Herausforderungen und Problemstellungen jeweils unterschiedlichen Förderschwerpunkte Sprachheilförderung, emotionale und soziale Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Sehen, Hören, Kranke Schülerinnen und Schüler, Lernen und geistige Entwicklung stellen im Sinne der Wahlfreiheit den Erhalt der bewährten Förderschulen neben einen pädagogisch sinnvollen Ausbau der inklusiven Beschulung. Die überstürzte und rücksichtslose Umsetzung einer unterschiedslosen und allumfassenden Inklusion ist daher – wie zahllose Beispiele aus der Praxis z.B. in Bremen und Hamburg zeigen - ein pädagogisch fragwürdiges Experiment mit verheerenden Konsequenzen. Mit dem sukzessiven Ausbau flächendeckender inklusiver Schulbündnisse setzt die CDU-geführte Landesregierung daher auf eine pragmatische und von ideologischen Dogmen losgelöste Politik sowie einer sich ausschließlich am Wohl des einzelnen Kindes orientierende Beschulung von Kindern mit Behinderungen und Beeinträchtigungen. Den Schulen und Schulträgern werden dabei im Sinne der Wahlfreiheit entsprechende Gestaltungsfreiräume eingeräumt, um in einem überschaubaren regionalen Zuschnitt jeweils vielfältige Angebote für die einzelnen Förderschwerpunkte effizient und bedarfsgerecht an Förderschulen wie auch an inklusiv arbeitenden allgemeinen Schulen vorzuhalten.

Schulen in freier Trägerschaft

Schulen in freier Trägerschaft sind ein unverzichtbarer Bestandteil der hessischen Schullandschaft. Die Vielfalt ihrer pädagogischen Konzepte stellt eine Bereicherung für Eltern, Schüler und Lehrer dar und leistet einen bedeutenden Beitrag zu einer erweiterten Wahlfreiheit. Die jährliche personelle und finanzielle Förderung der Ersatzschulen wurde daher von rund 118 Millionen Euro unter der letzten rot-grünen Landesregierung auf rund 276 Millionen Euro im Jahr 2015 mehr als verdoppelt. Als Folge des im Jahr 2013 auf Initiative der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag novellierten Ersatzschulfinanzierungsgesetzes erhalten die Schulen in freier Trägerschaft zudem langfristige Planungssicherheit und deutlich mehr Geld für ihre Arbeit. Die zusätzlichen finanziellen Spielräume erlauben dabei nicht nur eine Verbesserung der Unterrichtsqualität, sondern auch eine Entlastung der Eltern von Schülerinnen und Schülern an Ersatzschulen und eine auch weiterhin sozial ausgewogene und verträgliche Bemessung des von Schulen in freier Trägerschaft zu erhebenden Schulgeldes. Das unterscheidet die CDU-Fraktion maßgeblich maßgeblich von Oppositionsfraktionen, die im Zeichen der Einheitsschulen die Abschaffung der Schulen in freier Trägerschaft fordern.

Integration durch Bildung

Eine gelungene Integration durch Bildung muss auf dem Prinzip des Förderns und des Forderns gleichermaßen beruhen. Nur wer neben der unerlässlichen Leistungsbereitschaft auch die Bereitschaft zum Erwerb der deutschen Sprache, zur kulturellen Anpassung und zur Akzeptanz der vorherrschenden Werteordnung mitbringt, dem eröffnen sich später auch Chancen auf Bildungskarrieren und berufliches Weiterkommen. Nahezu alle wissenschaftlichen Untersuchungen haben den Erwerb der deutschen Sprache dabei als entscheidenden Faktor für den späteren schulischen Erfolg definiert. Bereits lange vor allen anderen Fraktionen hat die CDU-Fraktion im Hessischen Landtag darauf hingewiesen, dass die deutsche Sprache die unerlässliche Grundvoraussetzung einer gelingenden Integration und selbstverständlich auch die Voraussetzung für den Erwerb eines Schulabschlusses in Deutschland sowie der damit verbundenen beruflichen Zukunftschancen darstellt. Während Kinder und Jugendliche mit überwiegend muttersprachlicher Sozialisation aufgrund ihrer Sprachdefizite in Parallelgesellschaften abzudriften drohen, eröffnet sich Ausländern durch das Erlernen der deutschen Sprache der Zugang für eine Verständigung mit Nachbarn, Arbeitgebern, Kollegen, Vereinen oder Behörden und damit für eine Teilhabe an der Gesellschaft. Die CDU-geführte Landesregierung hat daher im Rahmen ihres Gesamtsprachförderkonzeptes die Mittel zur Deutschförderung seit 1999 mehr als verdreifacht. Durch den Hessischen Aktionsplan zur Integration von Flüchtlingen werden darüber hinaus vor dem Hintergrund der gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen allein im Kultusbereich insgesamt 40 Millionen Euro, davon ein Großteil für ca. 800 neue Lehrerstellen, an zusätzlichen Mitteln für das Haushaltsjahr 2016 bereitgestellt.

Lehrerbildung – die besten Lehrer für unsere Kinder

Eine optimale Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer ist die Grundvoraussetzung für die Zukunftschancen der kommenden Generationen. Um den unterschiedlichen Lern- und Förderansprüchen sowie den vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen der Schülerinnen und Schüler im schulischen Alltag gerecht werden zu können, ist die Aufrechterhaltung der schulformbezogenen und fachspezifischen Lehrerausbildung unabdingbar. Die zweiphasige Lehrerausbildung ist zudem Garant für eine erfolgreiche Verknüpfung von wissenschaftlicher Grundlagenvermittlung und praktischer Umsetzung der fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Kenntnisse im Rahmen des Vorbereitungsdienstes. Als CDU-Fraktion im Hessischen Landtag halten wir daher sowohl an der differenzierten Lehrerbildung als auch an den bewährten Elementen des Referendariates und der Staatsprüfung ausdrücklich fest. Mit der Änderung des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes hat die CDU-geführte Landesregierung zudem den Praxisanteil in der ersten Phase der Lehrerbildung erhöht und anstelle der bisherigen Orientierungspraktika und schulpraktischen Studien ein Praxissemester eingeführt. Das Praxissemester ist dabei keine Vorwegnahme des späteren Referendariates. Vielmehr sollen die Studierenden im 3. oder 4. Semester durch eine umfassende Einbindung in den Schulalltag und die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen des Lehrerberufes zu einer kritischen Selbstreflexion ihrer Berufswahl befähigt werden. Das Praxissemester kann in diesem Sinne dazu beitragen, die möglicherweise falschen Vorstellungen von den hohen und vielseitigen Ansprüchen des Lehrerberufes zu korrigieren und Unzufriedenheit, Frustration oder Enttäuschung im Berufsalltag rechtzeitig vorbeugen.

Vertrauen schaffen: Bildungspolitik Hand in Hand mit Eltern, Lehrern und Schülern

Wie in den vergangenen Jahren wird der bildungspolitische Arbeitskreis der CDU-Landtagsfraktion auch in Zukunft bei seiner Arbeit immer großen Wert auf einen engen Gesprächskontakt mit den hessischen Lehrerverbänden, Eltern- und Schülerorganisationen, sowie den zahlreichen Vereinigungen legen. Wir setzen auf Verlässlichkeit und Vertrauen – für eine bestmögliche Bildungspolitik im Interesse unserer Kinder und Jugendlichen.